Folgen der Pandemie
Leere Betten und keine Kostenbeteiligung des Bundes: Corona beschert dem Ausserrhoder Spitalverbund enorme Verluste

Zu Beginn der Pandemie mussten viele Spitalbetten für Covid-Patienten freigehalten werden und es konnten keine Wahleingriffe stattfinden. Als Folge resultiert für den Ausserrhoder Spitalverbund ein Gesamtdefizit von 7,2 Millionen Franken.

PD/ker
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2020 wurden im Spitalverbund über viele Wochen kaum Patienten behandelt.

2020 wurden im Spitalverbund über viele Wochen kaum Patienten behandelt.

Ralph Ribi

Auf Anordnung des Bundes und durch den Kanton umgesetzt, durften landesweit über viele Wochen keine Wahleingriffe stattfinden. Die Operationssäle blieben leer, Sprechstunden mussten abgesagt werden, und viele Betten waren nicht belegt – damit alle Kräfte für die Bewältigung der Pandemie hätten eingesetzt werden können, wenn es erforderlich geworden wäre, schreibt der Ausserrhoder Spitalverbund (Svar) in einer Mitteilung. Diese behördlichen Anordnungen führten einerseits zur paradoxen Situation der Überlastung mit den Corona-Behandlungen und andererseits zu leeren Kapazitäten mit Unterbeschäftigung. Sie führten aber vor allem zu Mehrkosten und gleichzeitig zu Mindereinnahmen im Svar von rund 9,5 Millionen Franken. Weil der Bund jegliche Beteiligung an diesen verordneten Mindererträgen und den Zusatzkosten bis heute verweigert und der Kanton dem Svar nicht den vollen Betrag decken konnte, müssen rund 3 Millionen Franken vollständig durch den Svar getragen werden – zulasten seiner Eigenmittel.

Strategie des Spitalverbunds soll überprüft werden

Angesichts der ohnehin seit Jahren angespannten Finanzsituation bei praktisch allen Regionalspitälern, zeigt die Pandemie damit auch beim Svar schonungslos die Strukturprobleme der Branche auf. In Kombination mit den ungenügenden Spitaltarifen führt dies zur beschleunigten Verschärfung finanzieller Schwierigkeiten bei zahlreichen Spitälern in der gesamten Schweiz, in der Region und auch beim Svar, so die Mitteilung. Jede Krise ist auch eine Chance, und die gilt es wahrzunehmen: Die hervorragenden fachlichen Leistungen des Svar auf der einen und die finanziellen Herausforderungen auf der anderen Seite sind für den Verwaltungsrat der Anlass, die Strategie des Spitalverbunds zu überprüfen mit dem Ziel, in einem intensiven Austausch mit der Kantonsregierung zeitnah tragfähige Lösungen für die Zukunft zu suchen. Es gilt, die Strukturprobleme rasch und nachhaltig überwinden zu können.