Flug ins Jugend-Olympia-Abenteuer

LANGLAUF. Langläufer Beda Klee hat sein Saisonziel erreicht und sich für das European Young Olympic Winter Festival (EYOWF) in Rumänien qualifiziert. Der Schweizer Delegation gehören 53 Athletinnen und Athleten an.

Urs Huwyler
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Der Wattwiler Beda Klee hat sich zum Ziel gesetzt am European Young Olympic Winter Festival in Rumänien ein gutes Resultat zu erzielen. (Bild: Urs Huwyler)

Der Wattwiler Beda Klee hat sich zum Ziel gesetzt am European Young Olympic Winter Festival in Rumänien ein gutes Resultat zu erzielen. (Bild: Urs Huwyler)

Am Samstag reist Beda Klee (Wattwil) mit dem Team via Bukarest und von dort per Bus nach Brasov, wo das sechs Tage dauernde Young Olympic Festival am Sonntag in der «Ion Tiriac Arena» eröffnet wird. Die Wettkämpfe beginnen für den Toggenburger einen Tag später mit dem Skating-Rennen (10 Kilometer). 24 Stunden später geht es in der klassischen Technik weiter (7,5 Kilometer). «Zwei Rennen an zwei Tagen sind für uns normal. An den Wochenenden ist es jeweils auch so», sieht der Sportschüler den Doppeleinsatz kräftemässig nicht als Problem. Nach einem Tag Pause folgen der Sprint und die Mixed-Staffel. «Wer in welchem Wettkampf eingesetzt wird, weiss ich noch nicht. Alle vier Rennen dürfte wohl niemand bestreiten», vermutet der schnelle Loipen-Allrounder.

Gute Resultate liefern

Von offizieller Seite wird im Vorfeld von Jugendspielen jeweils betont, der Nachwuchs könne internationale Erfahrungen sammeln. Beda Klee möchte dies auch, aber primär als Sportler gute Resultate abliefern und die Selektion bestätigen. Rangmässig lässt sich das «gute Resultat» aus der Ferne nicht eingrenzen, weil die Konkurrenz schwierig einzuschätzen bleibt. Das Zusammentreffen mit den Russen und den Athleten aus anderen Langlauf-Hochburgen soll Aufschlüsse über das eigene Leistungsvermögen liefern. «Spannend dürften auch die direkten Vergleiche mit Nationen wie Deutschland werden», ergänzt das Talent des SC Speer Ebnat-Kappel.

Cologna auf Rang 24

Was am Jugend-Festival leistungsmässig abgeht, erlebte 2003 in Bled (Slo) auch der neue Nationalheld Dario Cologna. Er kämpfte sich in der freien Technik mit fast zwei Minuten Rückstand auf den Russen Michael Semenow auf Rang 24. Am gleichen Tag bestritten Sandro Viletta (4.) und Carlo Janka (12.) den Riesenslalom. Über 7,5 Kilometer reichte es dem späteren Olympiasieger Cologna zu Platz 26. Der Schwede Marcus Hellner gewann damals Bronze. Cologna spricht noch heute davon, er habe sich fast wie an den richtigen Olympischen Spielen gefühlt.

Erste Flugreise zum Wettkampf

Der Schweizer gehörte am EOYWF zum jüngeren Jahrgang, Beda Klee in Brasov (Jahrgänge 1995/96) ebenfalls. Schon deshalb sollte vom U18-Junior – und seinen drei Schulkollegen (2x 1995/1x 1996) aus dem Skigymnasium Davos – nicht zu viel erwartet werden. «Die Ergebnisse von Cologna und anderen Spitzenathleten zeigen, dass auch ohne eigentliches Spitzenresultat später noch einiges möglich ist», lässt sich der Wattwiler nicht zusätzlich unter Druck setzen. «Nehmt mit Spass und Freude an diesem einmaligen Event teil», empfiehlt Carlo Janka. Für Beda Klee wird es die erste Flugreise zu einem Wettkampf. Und er freut sich, wie von Cologna und Janka empfohlen, riesig auf das Abenteuer.

Die gesundheitlichen Probleme (Halsschmerzen), er hat richtigerweise auf den ersten Teil der Schweizer Meisterschaften verzichtet, sind überstanden, die Form stimmt, das Material passt. «Ich habe mir die Rennen in Rumänien als Saisonziel gesetzt und dies dank einiger guter Resultate erreicht», sagt Beda Klee zufrieden und blickt schon über das EYOF hinaus. Eine Medaille an den ausstehenden nationalen Meisterschaften soll es noch werden.