Flüchtlingsdebatte an der Kanti

TROGEN. Das Schicksal der Flüchtlinge beschäftigt die Schüler der Kantonsschule Trogen. Schülerorganisation und Kantonsschulverein laden deshalb zu einer Podiumsdiskussion. Der Anlass ist öffentlich.

Michael Genova
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Rahel Hollenstein, Präsidentin der Schülerorganisation, und Nina Vlajic, Präsidentin des Kantonsschulvereins Trogen, mit Sohn. (Bild: pd)

Rahel Hollenstein, Präsidentin der Schülerorganisation, und Nina Vlajic, Präsidentin des Kantonsschulvereins Trogen, mit Sohn. (Bild: pd)

Die Idee, über die aktuelle Flüchtlingskrise zu diskutieren, kam von der Schülerschaft. «Das Thema geht einem persönlich nahe», sagt Rahel Hollenstein, die Präsidentin der Schülerorganisation. Die Schülerinnen und Schüler seien durchaus hin- und hergerissen. Bereits zum dritten Mal findet am 28. Oktober an der Kantonsschule Trogen der «Trogen Talk» statt. Im vergangenen Jahr diskutierten Schüler und Experten über die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative. Dieses Jahr soll es um die Bewältigung der Flüchtlingsströme gehen. «Flucht oder Migration?», lautet der Titel der Podiumsdiskussion.

Fachleute, keine Politiker

Gäste auf dem Podium sind Andres Büchi, Chefredaktor des Beobachters, Arne Engeli, ehemaliger Programmbeauftragter beim Hilfswerk Heks, Daniel Thürer, Professor für Völkerrecht und Europarecht an der Universität Zürich, sowie Jürg Eberle, Leiter des Migrationsamts des Kantons St. Gallen. Der Teufner Publizist Hanspeter Spörri moderiert die Runde.

«Wir haben bewusst keine Parteien eingeladen», sagt Nina Vlajic, die Präsidentin des Kantonsschulvereins Trogen. Ziel sei es, dass Menschen mit direktem Kontakt zu Flüchtlingen sowie Experten zu Wort kommen. Ihr schwebt eine offene Diskussion vor, die auch vor brisanten Fragen keinen Halt macht. Vlajic nennt einige: Gibt es eine Möglichkeit, die Bedürftigen von sogenannten Wirtschaftsflüchtlingen zu unterscheiden? Wie finanzieren wir die Bedürfnisse der Flüchtlinge? Nehmen wir die Menschen auf, um sie zu integrieren oder sollen sie nur vorübergehend bleiben?

Flüchtlinge in Trogen

Für die Schülerinnen und Schüler ist die Podiumsdiskussion der Abschluss eines Rahmenprogramms. In der Vorwoche werden an der Kantonsschule Filme über die Europäische Grenzschutzagentur Frontex und die Arbeit der Hilfswerke in Flüchtlingslagern vorgeführt. «Wir haben den Lehrern zudem Links zu aktuellen Diskussionen und Hintergrundartikel zur Verfügung gestellt», so Nina Vlajic. Und am Vortag des Diskussionsabends werden zwei Flüchtlinge zu Besuch in Trogen sein und sich den Fragen der Schüler stellen. Der Anlass ist kostenlos und öffentlich.

Trogen Talk, Mittwoch, 28. Oktober, 19 Uhr, Aula der Kantonsschule Trogen