Fliessende Buchstaben und Bilder

In der Welt der Buchstaben fühlt sich die Speicherin Laura Vogt zu Hause. Mit der Grafikerin Amanda Züst veröffentlicht die Schriftstellerin nun das Buch «Filter». Morgen stellen sie es im Raum für Literatur in der Hauptpost St. Gallen vor.

Stephanie Sonderegger
Drucken
Teilen
Kennen sich seit der Schulzeit: Schriftstellerin Laura Vogt und Grafikerin Amanda Züst. (Bild: sso)

Kennen sich seit der Schulzeit: Schriftstellerin Laura Vogt und Grafikerin Amanda Züst. (Bild: sso)

SPEICHER. Sie kennen sich seit ihrer Kindheit, zusammengearbeitet haben sie bis vor zwei Jahren aber noch nie: Schriftstellerin Laura Vogt und Grafikerin Amanda Züst. Nun stellen die Speicherinnen morgen Samstag ihr Buch «Filter» in der Hauptpost in St. Gallen vor. Ein Werk, das von der ersten bis zur letzten Seite gut durchdacht ist.

Per Brief zur Zusammenarbeit

Die 26jährige Schriftstellerin Laura Vogt hat eben erst ihren Studienwohnsitz in Biel aufgelöst und ist zurück in die Ostschweiz gezogen. Hier hat sie im vergangenen Jahr auch den Förderbeitrag der Ausserrhoder Kulturstiftung erhalten. Auch für das Buchprojekt «Filter» ist die Kunstschaffende vom Amt für Kultur unterstützt worden. «Damit konnten wir die Material- und Druckkosten abdecken», so Vogt. Angefangen hat das Projekt mit Texten, welche sie vor zwei Jahren zu schreiben begann. «Nachdem ich in Berlin unterwegs war und bereits Texte vorliegen hatte, habe ich Amanda Züst einen Brief geschrieben», sagt Laura Vogt und blickt zu der Grafikerin. Diese lacht: «Der Brief war auf der Schreibmaschine getippt und enthielt die Anfrage, ob ich mit ihr zusammenarbeiten würde.»

Fliessende Texte

Das Thema des Buches war schnell klar: Wasser und Körper. «Das Buch funktioniert wie ein Filter», erklärt Laura Vogt den Titel. «Das Wasser kann im Buch nicht festgehalten werden. Die Steinchen und die Erde – somit das Materielle und der feste Körper – bleiben übrig. Im Buch sind diese Steinchen und Klümpchen die fragmentarischen Texte und Bilder.»

Während die Schriftstellerin fortan ihr Geschriebenes überarbeitete, kümmerte sich Amanda Züst um die Bearbeitung der 17 Bilder, die sie zuvor auf dem Bodensee aufgenommen hatte. «Es war schnell klar, dass wir auch bei der Bebilderung das Thema des Wassers und des Fliessens aufgreifen», so die Grafikerin. Der Prozess der Nachbearbeitung sei aufwendig gewesen. «Ich habe unterschiedliche Techniken ausprobiert. Das Unkontrollierte daran hat mich fasziniert.»

Keine Stops

Doch nicht nur Text und Bilder wurden überarbeitet – auch die Wahl des Papiers, des Drucks und der Schrift wurde bedacht durchgeführt. So erzählt Laura Vogt, dass die Typographie passend zur lyrischen Prosa ausgewählt wurde: «Sowohl der Text als auch die Schrift sollen als fliessend wahrgenommen werden.» Amanda Züst ergänzt: «Es gibt keine Stops. Wir haben uns deswegen für eine japanische Bindung entschieden.» Sie deutet auf eines von hundert Büchern, welches sie mit Laura Vogt von Hand gedruckt hat. «Wir haben einen Risographen benützt», sagt sie. Durch das in Japan entwickelte Druckverfahren – ähnlich dem Siebdruck – entstanden die in blau gehaltenen Bilder in der typisch körnigen und einfarbigen Textur.

Eben diese Bilder sind es, die morgen zusammen mit Laura Vogts Texten in Form des Buches «Filter» im Raum für Literatur in der Hauptpost in St. Gallen vorgestellt werden. Während die Schriftstellerin Auszüge vorliest, hängen die Werke der Grafikerin an den Wänden. Musiker Andi Bissig untermalt währenddessen das Ganze mit Musik. Erhältlich ist dort auch das Buch: «Wer es kaufen möchte, kann dies vor Ort oder über den Onlineshop des St. Galler Büros Sequenz tun», so Amanda Züst.

Die Vernissage zum Buch «Filter» von Laura Vogt und Amanda Züst wird am 28. November im Raum für Literatur in der Hauptpost in St. Gallen durchgeführt. Geöffnet ist ab 16 Uhr, Beginn um 17.30 Uhr.