Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Fliegenschreck mit Herz und Vision

GAIS. Hans-Dietrich Reckhaus führt in Bielefeld und Gais eine Firma, die Insektizide produziert und vertreibt. Doch mit dem Label «Insect Respect» rettet er auch Insekten und wird damit zum «Vordenker».
Mea Mc Ghee
Hans-Dietrich Reckhaus hat auf dem Dach seiner Firma einen artgerechten Lebensraum für Insekten geschaffen. (Bild: pd)

Hans-Dietrich Reckhaus hat auf dem Dach seiner Firma einen artgerechten Lebensraum für Insekten geschaffen. (Bild: pd)

Fliegen, die einem um die Ohren surren, um dann auf dem Käse zu landen, Motten, die sich an Kleidern gütlich tun – grundsätzlich mögen wir Menschen keine sechsbeinigen Krabbeltiere in unseren Wohnräumen. Insekten werden gejagt und mit Insektiziden bekämpft, zum Beispiel mit solchen der deutschen Firma Reckhaus GmbH & Co KG. Der mittelständische Familienbetrieb produziert in Bielefeld in zweiter Generation Insektenbekämpfungsmittel. Doch seit zwei Jahren rettet das Unternehmen auch Insekten. Wie es dazu kam, ist eine spannende und auch amüsante Geschichte – mit einigen Ostschweizer Protagonisten.

Insekten sind nützlich

Seit 1999 hatte das Unternehmen einen Firmensitz in Teufen, ehe im Sommer der Umzug ins Gewerbezentrum Strahlholz in Gais erfolgte. Hier betreuen acht Mitarbeitende den Schweizer Markt. «Wir suchten einen intelligenten Weg, um unsere neuentwickelte Fliegenfalle zu bewerben», sagt Hans-Dietrich Reckhaus. Über seine Affinität für zeitgenössische Kunst kennt der HSG-Absolvent Agathe Nisple, und die Innerrhoder Kulturvermittlerin habe ihm Frank und Patrik Riklin empfohlen. Die Brüder vom St. Galler Atelier für Sonderaufgaben hätten aber gemeint, sie könnten Insektizide nicht bewerben, denn Fliegen seien durchaus nützlich. Er, der Insektenbekämpfer, solle auch einmal Insekten retten, hätten Riklins gesagt. «Und damit haben sie mich tief getroffen», so Hans-Dietrich Reckhaus. Er habe erkannt, dass Insekten von unschätzbarem Wert sind – sie bestäuben Pflanzen, ernähren Tiere, machen Böden fruchtbar, um nur einige nützliche Eigenschaften aufzuzählen.

Vom Bekämpfer zum Retter

Aufgrund dieser Erkenntnis lancierte Hans-Dietrich Reckhaus das Label «Insect Respect». Erste Aktion war «Fliegen retten in Deppendorf». Im September 2012 retteten die Deppendorfer einen Tag lang Fliegen, insgesamt 902 Stück. Doch damit nicht genug: Für alle Insekten, die durch ein Biozid bekämpft werden, schafft «Insect Respect» artgerechte Ausgleichsflächen. Zudem wird in Forschungs- und Dialogprojekte zum Wert der Insekten investiert. In Zusammenarbeit mit Arnal, dem Herisauer Büro für Natur und Landschaft, begrünte Reckhaus das Dach des Bielefelder Firmensitzes und schuf so Lebensraum für Insekten. Doch das Label soll keine Eintagsfliege bleiben. Er möchte Konsumenten zu einem bewussteren Einsatz von Insektiziden ermuntern sowie Hersteller von Bioziden und Handelsketten für sein Label gewinnen, so die Vision von Hans-Dietrich Reckhaus. Zudem lancierte er die Marke «Dr. Reckhaus», die erste ökologisch neutrale Produktelinie für Insektenbekämpfung.

Für seine irritierende Sichtweise stehe er oft in der Kritik, daher freue ihn der Sieg in der Kategorie «Vordenker» des Querdenker-Awards 2014 (siehe Kasten) umso mehr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.