FLANKIERENDE MASSNAHMEN: Es gibt keine Allee im Zentrum

Das Zentrum von Bütschwil wird nach Eröffnung der Umfahrung weniger Verkehr aufweisen. Die Bedingungen für Fussgänger und Velofahrer sollen verbessert werden. Der Stimmbürger hat das letzte Wort.

Martin Knoepfel
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Die Landstrasse in Bütschwil soll nach der Eröffnung der Umfahrung zur Gemeindestrasse umklassiert werden. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Landstrasse in Bütschwil soll nach der Eröffnung der Umfahrung zur Gemeindestrasse umklassiert werden. (Bild: Martin Knoepfel)

Martin Knoepfel

martin.knoepfel@toggenburgmedien.ch

Wenn die Umfahrung Bütschwil in Betrieb ist, sollen flankierende Massnahmen in den Ortsdurchfahrten Bütschwil und Dietfurt realisiert werden. Darum hat ­der Gemeinderat von Bütschwil-Ganterschwil dem Ingenieurbüro Schällibaum den Auftrag erteilt, ein Vorprojekt auszuarbeiten. Als Grundlage dient dabei das Gestaltungskonzept aus dem Jahre 2010. Das konnte man vor kurzem den Gemeindemitteilungen von Bütschwil-Ganterschwil entnehmen. Die flankierenden Massnahmen sollen die Verkehrssicherheit sowie die ­Attraktivität der Ortsdurchfahrt für ­Velofahrer und Fussgänger verbessern. Weiter sollen sie ­das Ortsbild aufwerten und die Trennwirkung verringern. Die Umfahrung Bütschwil soll im Jahr 2020 fertiggestellt sein.

«Bevor die Umfahrung in ­Betrieb ist, sind grössere Bauarbeiten an der Landstrasse nicht möglich. Ab dem Jahr 2021 ­ sollen die flankierenden Massnahmen realisiert werden. Die Zeit bis zur Eröffnung der Umfahrung wollen wir nutzen, um in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung ein Projekt auszuarbeiten und dieses öffentlich aufzulegen sowie die Kredite bei der Bürgerschaft einzuholen», sagt Karl Brändle.

2010 erarbeitete eine Gruppe mit Vertretern der Bevölkerung, des Gewerbes, der Polizei, des kantonalen Tiefbauamts und der Postauto Ostschweiz ein Ge­staltungskonzept. Karl Brändle macht aber deutlich, dass nicht alle darin enthaltenen Ideen realisiert werden. «Die Massnahmen müssen finanzierbar sein.» Denkbar sei, dass einzelne Bäume – «grüne Punkte» – an der Landstrasse gepflanzt würden. Eine durchgehende ­Allee sei nicht geplant.

Durchgehende Geh- und Radwege vorgesehen

Von Dietfurt bis Bütschwil sind durchgehende Geh- und Radwege vorgesehen. Eine Möglichkeit sei auch, auf der Landstrasse eine Kernfahrbahn, wie es sie in Wattwil gibt, zu markieren oder durch Randstreifen die Fahrbahn ­optisch zu verengen, sagt der ­Gemeindepräsident. Man weiss, dass in einem solchen Fall ­ die Autofahrer Tempo wegnehmen. Bei einzelnen Fussgängerstreifen sind zum Schutz der Fussgänger Mittelinseln vor­gesehen. Ähnlich wie in ­Bazenheid könnte bei verschiedenen Einmündungen und ­Kreuzungen, etwa der «Sonnen»-Kreuzung, künftig der Rechtsvortritt gelten, was die Autos auf der Land­­strasse zur Temporeduktion zwingt. Allerdings wird es nicht bei allen Einmündungen Rechtsvortritt geben, wie der Gemeinde­präsident klarstellt. «Es gibt viele kleine untergeordnete Strassen, die in die Landstrasse einmünden.» Zudem kann man das Trottoir nicht durchziehen, wenn der Rechtsvortritt gilt. Im Konzept enthalten ist die Neugestaltung des Kirchplatzes. Damit will ­man eine Aufwertung des Ortsbildes und insbesondere des Kirchplatzes erreichen. Bei der Sanierung der Mosnangerstrasse und der Kirchgasse wurde der Kirchplatz ausgespart.

Für die flankierenden Massnahmen gibt es diverse Rand­bedingungen. So geht die Landstrasse von der Ottilienstrasse in Bütschwil bis zur Brücke von Dietfurt vom Kanton an die Gemeinde über. Das gilt auch für die Kirchgasse und für die Mosnangerstrasse. Nördlich der Einmündung der Ottilienstrasse bleibt die Wilerstrasse eine Kantonsstrasse. Zudem tritt die Gemeinde die Ottilienstrasse dem Kanton ab.

Das hat finanzielle Folgen: An flankierende Massnahmen auf der Kantonsstrasse bezahlt die Gemeinde 35 Prozent der Kosten. Den Rest trägt der Kanton. Für flankierende Massnahmen auf Gemeindestrassen muss die Gemeinde hauptsächlich selber aufkommen. Eine weitere Bedingung: «Bei den flankierenden Massnahmen sind die Zufahrten zu den Industrie- und Gewerbebetrieben, besonders zum Soorpark, zu berücksichtigen», betont Karl Brändle. Zudem dürfen ­flankierende Massnahmen den Winterdienst nicht zu sehr be­hindern.

Die Gesamtkosten bewegen sich laut Karl Brändle in Millionenhöhe, wobei die Gemeinde schon Rückstellungen von total 1,3 Millionen Franken gebildet hat. Wie lange die Umsetzung ­ der flankierenden Massnahmen dauert, ist noch offen. Im Herbst will der Gemeinderat die Bevölkerung von Bütschwil-Ganterschwil über das Vorprojekt informieren.