Fitness durch Bank-Fusion

Die Raiffeisenbanken Wattwil und Ebnat-Kappel planen die Fusion. Hauptgründe für die Fusion seien die zunehmende Regulierung und der Ausbau der Beratung.

Hansruedi Kugler
Drucken
Teilen
Gutgelaunt nach der Informationsveranstaltung zur geplanten Bankenfusion: (v. l.) Urs Scheuber, Verwaltungsratspräsident Raiffeisenbank Wattwil, Urban Koller, Bankleiter, und Hans Ruedi Schweizer, Verwaltungsratspräsident Raiffeisenbank Ebnat-Kappel. (Bild: Hansruedi Kugler)

Gutgelaunt nach der Informationsveranstaltung zur geplanten Bankenfusion: (v. l.) Urs Scheuber, Verwaltungsratspräsident Raiffeisenbank Wattwil, Urban Koller, Bankleiter, und Hans Ruedi Schweizer, Verwaltungsratspräsident Raiffeisenbank Ebnat-Kappel. (Bild: Hansruedi Kugler)

Wattwil. An zwei Informationsveranstaltungen stellen sich die Verantwortlichen der Raiffeisenbanken Wattwil und Ebnat-Kappel den Fragen der Mitglieder. Am Dienstag nutzten rund 70 Wattwiler Raiffeisen-Mitglieder diese Gelegenheit. Kommenden Dienstag werden die Ebnat-Kappler an der Reihe sein.

Nimmt man den Dienstag- abend als Gradmesser für die Stimmung an der Basis, so wird die Fusion problemlos und diskussionslos über die Bühnen gehen.

Ablehnende Voten waren keine zu hören und die Fragen beschränkten sich auf die Durchführung der Generalversammlung.

Klein ist nicht immer ein Vorteil

Urs Scheuber, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Wattwil, skizzierte zunächst die Ausgangslage. Einerseits ist man bei den kleineren Banken ein wenig unter Zugzwang: Der Aufwand für die Erfüllung der bankengesetzlichen Regulatorien steige laufend, im Wettbewerb sinken die Margen und die EDV-Kosten seien hoch.

Anderseits wolle man mit einer Fusion eine Stärkung der Beratung, der Ausbildung und der Stellvertretungen erreichen, fasste Urs Scheuber zusammen. Insbesondere durch den Ausbau der spezialisierten Beratung im Finanz- und Firmengeschäft erhoffe man sich eine Stärkung der Marktposition.

Standorte bleiben erhalten

Die Kunden werden die Fusion im Alltag im erweiterten Beratungsangebot merken, ansonsten werde sich für sie kaum etwas verändern, ergänzte Hans Ruedi Schweizer, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Ebnat-Kappel.

Denn die beiden Standorte in Wattwil und Ebnat-Kappel bleiben bestehen, die Ansprechpersonen bleiben dieselben.

Aus Ebnat-Kappler Sicht sei der Erhalt des Bankenstandortes Voraussetzung für eine Fusion, so Schweizer. Vor zwei Jahren habe der Verwaltungsrat der Raiffeisenbank Ebnat-Kappel die Strategie eines qualitativen Wachstums beschlossen. Man machte sich an die Planung eines Neubaus.

Mit der Finanzkrise im 2009 habe man diese Strategie allerdings überdenken müssen und den Neubau sistiert. Der Verwaltungsrat sei dann zum Schluss gekommen, dass das qualitative Wachstum am besten in einer fusionierten Bank zu erreichen sei.

«Mittleres Toggenburg»

Die beiden fusionierten Raiffeisenbanken hätten zusammen 6441 Mitglieder, erwirtschafteten eine Bilanzsumme von 516 Millionen und einen Bruttogewinn von 1,46 Millionen Franken. Kommt die Fusion zustande, wird sich Hans Ruedi Schweizer aus dem Verwaltungsrat zurückziehen.

Er arbeite seit fünf Jahren in Bern und gebe dieses zeitaufwendige Amt deshalb ohne Mühe ab, meint er. Als Verwaltungsratspräsident der fusionierten Bank ist Urs Scheuber vorgesehen, als Bankleiter Urban Koller, der schon jetzt bei der Wattwiler Raiffeisenbank Bankleiter ist und in Ebnat-Kappel ad interim ebenfalls. Auch auf den Namen der neuen Bank hat man sich schon geeinigt.

In einer Umfrage unter den Mitgliedern hat sich die Hälfte für den Namen «Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg» ausgesprochen. Das sei auch ein Ausdruck des gemeinsamen Lebens- und Arbeitsraumes, welches die Gemeinden Ebnat-Kappel, Wattwil, Lichtensteig und Krinau bilden, glauben die Verantwortlichen der beiden Banken.

Wie und wo die künftige Generalversammlung stattfinden wird, wurde dann in der Fragerunde gefragt. Eine konkrete Planung gäbe es noch nicht, sagte Urs Scheuber.

Auf jeden Fall wolle man die Idee der Familie weiterleben. Darum werde man einen Ort suchen, an dem alle gemeinsam die Generalversammlung besuchen können. Kommen so viele wie bei den einzelnen Banken bisher, so ist ein Ort nötig, wo rund 1200 Personen Platz finden.

Aktuelle Nachrichten