Fischer fischten Müll statt Fische

REGION. Rund 40 Mitglieder des Fischereivereins Thur räumten zwischen Bazenheid und Niederbüren Abfall und Unrat aus der Thur und der Uze. Es ist erstaunlich, was so alles in den Flüssen und an den Ufern «entsorgt» wird.

Zita Meienhofer
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Patrick und Philipp Zuberbühler finden zwischen den Holzstämmen Plastiksäcke, ein geknotetes Seil und weiteren Unrat, der nicht in die Thur gehört. (Bilder: Zita Meienhofer)

Patrick und Philipp Zuberbühler finden zwischen den Holzstämmen Plastiksäcke, ein geknotetes Seil und weiteren Unrat, der nicht in die Thur gehört. (Bilder: Zita Meienhofer)

Peter Stocker und Beatrice Comminot, der Kassier und die Aktuarin des Fischereivereins, waren es, welche die diesjährige Thurputzete organisierten. Sie setzten sich mit den Gemeinden, die an die Thur grenzen, in Verbindung, versandten Sponsorenbriefe, motivierten die Mitglieder zur Mithilfe, organisierten die Küchenmannschaft, die Morgen- und Mittagessen bereitstellte, und waren dafür besorgt, dass der gefundene Müll möglichst kostenlos entsorgt werden kann.

Die Thurputzete ist eine dringende Aufgabe, der sich die Mitglieder des Fischereivereins nun angenommen haben. Ihr 42 Kilometer langes Pachtgebiet von Ulisbach (Wattwil) bis an die Kantonsgrenze beim Huserfelsen in Niederbüren wird jeweils für die Putzete in etwa der Hälfte geteilt. Demnach wurde im Vorjahr die Thur zwischen Wattwil und Bazenheid und heuer von Bazenheid bis nach Niederbüren von Müll befreit.

Nach fünf Stunden haben die rund 40 Fischer zwei Container gefüllt mit Müll aus Thur und Uze.

Nach fünf Stunden haben die rund 40 Fischer zwei Container gefüllt mit Müll aus Thur und Uze.

Velo, Moped und anderes

In fünf Gruppen machten sich die Fischer am Samstagmorgen ans Werk. «Es ist schon erstaunlich, was wir so alles finden», sagte Peter Stocker. Waren es im Vorjahr Dutzende von Jaucheschläuchen, welche in der Thur lagen, war es diesmal ein Schalungselement, das es zu entsorgen galt. «Dafür ist allerdings ein Kran nötig», erklärte Stocker. Aus der Thur gezogen wurden zudem ein Velo, ein Moped, viele Plastiksäcke, Seile, PET-Flaschen, Metallgegenstände und viel weiterer Unrat.

Unter welchen Umständen einige grössere Gegenstände in den Fluss gelangt sind, darüber konnte Stocker nur rätseln: ob mutwillig, mit dem Hochwasser oder versehentlich.

Zwei Container gefüllt

Bei der Brücke in Schwarzenbach waren Philipp und Patrick Zuberbühler sowie weitere Mitglieder und zwei Jungfischer mit Gruppenchef Steffen Clajus an der Arbeit. Ausgerüstet mit Fischerstiefeln, Schaufeln oder Hacken und Säcken für den Abfall wateten sie im Wasser, begaben sich in die Nähe des Ufers zu einem Wurzelstock und fanden da einen Plastiksack, dort ein Kunststoffseil. «An den zugänglichen Stellen holen wir alles, was sichtbar ist, hervor», erklärte Peter Stocker. Bis zum frühen Nachmittag waren zwei Metallcontainer gefüllt mit Müll aus der Thur und der Uze.

Für Peter Stocker und seine Kollegen ist es eine Arbeit, die befriedigt. «Die Mühe und der Aufwand lohnen sich», sagte er. Und jedes Jahr ist er von neuem erstaunt, was alles in der Thur gefunden wird.