Finanzkommission nimmt Details unter die Lupe

Mit dem Voranschlag 2013 kommt der Finanzkommission zusätzliche Verantwortung zu. Sie prüft ihn auf alle Details hin. Der Einwohnerrat Herisau befasst sich dagegen nur noch mit den wichtigsten Kennzahlen.

Patrik Kobler
Drucken
Teilen

HERISAU. Die Einwohnerräte dürften sich beim Durchlesen des Voranschlags 2013 gewundert haben. Die Darstellung ist komplett anders und die Ausführungen sind viel weniger detailliert als in anderen Jahren. Der Voranschlag 2012 umfasste 127 Seiten – ein Jahr später sind es nur noch 30. Der Grund: Obwohl die Abstimmung erst am vergangenen Wochenende stattfand, hat die Gemeinde Herisau bereits nach den Prinzipien des neuen Finanzhaushaltsgesetzes budgetiert.

Wichtigste Änderung ist, dass neu nur noch die Artengliederung kommentiert wird; sie ist auch Gegenstand der Behandlung des Voranschlags im Einwohnerrat. Diese Umstellung hat gemäss Gemeindepräsident Paul Signer den Vorteil, dass die wesentlichen Entwicklungen und Kennzahlen erklärt und behandelt werden und nicht mehr über Details debattiert werden muss, die ohne jeden Einfluss auf das Gesamtergebnis seien.

Über 50 Fragen eingereicht

Neu erhalten nur noch die Mitglieder der Finanzkommission (Fiko) Einblick in sämtliche Details des Voranschlags. Das bedeutet für die Fiko zusätzliche Verantwortung und einen Mehraufwand. Er habe doppelt so viel Zeit aufgewendet als im letzten Jahr, sagt Fiko-Präsident Franz Rechsteiner. Das heisst deutlich über 20 Stunden. Diese Woche hat sich die Fiko mit den Finanzverantwortlichen der Gemeinde – Paul Signer und Finanzverwalter Thomas Nufer – getroffen. Fast vier Stunden standen die beiden Red und Antwort. «Wir haben vorher rund 50 Fragen schriftlich eingereicht», so Rechsteiner. Beispielsweise verlangte die Fiko Auskunft darüber, wieso die Gemeinde gut 1 Mio. Franken in neue Fahrzeuge investiert. Auch über die geplanten individuellen Lohnerhöhungen sei intensiv diskutiert worden.

Erleichterter Vergleich

Neben vielen Detailfragen hat die Fiko auch die wichtigsten Kennzahlen geprüft. Wichtig sei ferner der Vergleich mit den anderen Gemeinden im Kanton sowie den Städten Wil und Burgdorf, die ähnliche Strukturen aufweisen, so Rechsteiner. Die neue Darstellung erleichtere den Vergleich wesentlich. Er begrüsst auch die Angleichung an die Privatwirtschaft. Die Übersichtlichkeit sei jetzt viel besser. «Um die effektiven Kosten zu ermitteln, mussten früher die Zahlen oftmals aus verschiedenen Positionen zusammengetragen werden. Jetzt ist zusammen, was zusammengehört.» Die Fiko-Mitglieder werden bis zur Beratung an der Einwohnerratssitzung am 5. Dezember den Voranschlag in ihren Fraktionen vorstellen. Somit erhalten auch die übrigen Ratsmitglieder doch noch etwas detaillierteren Einblick ins Budget.

Polster massvoll aufbrauchen

Eine Beurteilung des Voranschlags 2013, der ein Minus von 2,7 Mio. Franken aufweist, nimmt Franz Rechsteiner noch nicht vor. Nur so viel: Sorge bereite ihm der Einbruch bei den juristischen Personen. Problematisch sei, dass diese Einnahmen offenbar nur schwer zu kalkulieren seien. Im letzten Jahr lagen die Einnahmen 0,7 Mio. über Budget, in diesem Jahr voraussichtlich 2 Mio. darunter.

Noch weist die Gemeinde ein finanzielles Polster von gut 10 Mio. Franken aus. Rechsteiner: «Der Fiko ist wichtig, dass dieses Polster nicht bereits in ein, zwei Jahren aufgebraucht ist.»

Aktuelle Nachrichten