FINANZEN: Wil senkt den Steuerfuss auf 124 Prozent

Die Äbtestadt rechnet für 2018 mit einem Gewinn von 324100 Franken, obwohl der Steuerfuss um 5 auf 124 Prozent gesenkt werden soll. Möglich machen dies in erster Linie die Abgaben der Technischen Betriebe in Höhe von 5,8 Millionen Franken.

Hans Suter
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Positive Zahlen für das Jahr 2018: TBW-Finanzchef Goar Schweizer, Stadtrat Daniel Meili, Stadtpräsidentin Susanne Hartmann, Stadt-Wil-Finanzchef Reto Stuppan. (Bild: Hans Suter)

Positive Zahlen für das Jahr 2018: TBW-Finanzchef Goar Schweizer, Stadtrat Daniel Meili, Stadtpräsidentin Susanne Hartmann, Stadt-Wil-Finanzchef Reto Stuppan. (Bild: Hans Suter)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

Vor allem die bürgerlichen Parteien werden erfreut auf die Absicht des Stadtrats reagieren, den Steuerfuss zu senken. Während die Linke im Stadtparlament Investitionen in Mensch und Umwelt in der Regel lieber sieht, dürfte den Vertretern des rechten Flügels die Senkung um fünf Prozent zu wenig weit gehen.

Das am Dienstagabend präsentierte Budget weist einen Gesamtertrag von 165918500 Franken (Vorjahr 161178300.–) und einen Gesamtaufwand von 165594400 Franken (Vorjahr 161087700.–) auf. Daraus ergibt sich trotz Steuersenkung ein Gewinn von 324100 Franken (Vorjahr 90600.–). Ein Prozentpunkt der Einfachen Steuer beträgt 512600 Franken.

Ohne TBW sähe die Rechnung anders aus

Die städtischen Finanzen lassen also herrliche Zeiten vermuten. Doch dem ist nicht ganz so. Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Finanzchef Reto Stuppan machen keinen Hehl daraus, dass in der betrieblichen Tätigkeit ein Defizit von 6,3 Millionen Franken (Vorjahr 6,1 Mio.) erwartet wird. Doch Wil ist in der vorteilhaften Situation, dass die stabilen Finanzierungsergebnisse die betrieblichen Defizite weitgehend ausgleichen. «Insbesondere die Abgaben der Technischen Betriebe Wil (TBW) von rund 5,8 Millionen Franken sowie die Liegenschaftenerträge von rund 2,4 Millionen Franken beeinflussen den Finanzertrag und damit das Ergebnis positiv», heisst es bei der Stadt. Die 5,8 Millionen Franken der TBW entsprechen mehr als elf Steuerprozenten.

36 Millionen freies Eigenkapitel

Die Stadt ist aktuell bestrebt, Bruttoinvestitionen von 23 Millionen Franken vorzunehmen (siehe Zusatztext). Dennoch bleibt genügend freies Eigenkapital: Bei einem voraussichtlichen Einnahmenüberschuss 2017 von 4,6 Millionen Franken (gemäss Finanzplan 2017–2021 rund 2,6 Mio. plus rund 2,0 Mio. Korrektur Stand Sept. 2017) und einem mutmasslichen Gewinn 2018 von 1,6 Millionen Franken (budgetiertes Ergebnis 0,3 Mio. plus 1,3 Mio. Erfahrungswert nicht ausgeschöpfte Kredite) wird das freie Eigenkapital per 31. Dezember 2018 rund 36 Millionen Franken betragen.

Personalaufwand steigt um 745000 Franken

Der budgetierte Personalaufwand beträgt 55,6 Millionen Franken. Der Finanzplan 2017–2021 sah gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 700000 Franken vor, nun resultiert jedoch ein Zuwachs von 745000 Franken. 228500 Franken entfallen auf die Arbeitgeberbeiträge (AHV, PK, Unfall- u. Krankentaggelder), 47600 Franken auf den übrigen Personalaufwand.

Der Sach- und übrige Betriebsaufwand 2018 beläuft sich auf rund 23 Millionen Franken und liegt damit 1,66 Millionen Franken über dem Vorjahresbudget. Darin enthalten sind rund 1,4 Millionen Franken für baulichen Unterhalt, insbesondere für die energetische Sanierung des Berufs- und Weiterbildungszentrums Wil-Uzwil (BZWU).

Schulden dürften sich reduzieren

Die Abschreibungen erfolgen seit 2013 linear. Im Rechnungsjahr 2013 wurden 5,5 Millionen, 2014 sodann 7 Millionen und ab 2015 jährlich 7,5 Millionen abgeschrieben. Auch für das Rechnungsjahr 2018 sind Abschreibungen in der Höhe von 7,5 Millionen Franken vorgesehen.

Aufgrund der abnehmenden Verschuldung und des tiefen Zinsniveaus reduziert sich der Finanzaufwand gegenüber dem Budget 2017 um 200000 Franken auf rund 2,1 Millionen Franken. Laut Susanne Hartmann und Reto Stuppan dürften sich die mittel- und langfristigen Schulden 2018 um rund 5 auf 100 Millionen Franken reduzieren.

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