Finanzausblick der UBS: Anlagen im Heimmarkt senken

Am Finanz- und Wirtschaftsausblick der UBS Appenzellerland war unter anderem «Home Bias» ein Thema. Um was geht's?

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HERISAU. Der Ostschweizer Sandro Merino ist bei der UBS Leiter Wealth Management Research Europa. Am Mittwochabend war er im Casino Herisau zu Gast und präsentierte Bankkunden einen aktuellen Finanz- und Wirtschaftsausblick. Er widmete sich unter anderem der Schuldenkrise. Das wirtschaftliche Gesamtbild erachtet er «als nicht einmal so schlecht». Er glaube, der Euro falle nicht unter einen Kurs von 1.20 Franken.

Sandro Merino widmete sich in seinen Ausführungen auch dem Thema «Home Bias». Das bezeichnet die Tendenz von Investoren, Geldanlagen auf dem Heimatmarkt überproportional zu gewichten. Denn: «Man glaubt, die Unternehmen in der eigenen Stadt oder im eigenen Land besonders gut zu kennen», so Merino.

In Schwellenländer investieren

Schweizer Anleger halten in ihrem Portfolio zu fast 75% Schweizer Aktien. Das beharren auf den Schweizer Markt sei kein besonders guter Ratschlag. In anderen Märkten ist die Rendite höher. Deshalb sei es besser, den Anteil der Anlagen im Heimmarkt zu senken und vermehrt im Ausland zu investieren – beispielsweise in Schwellenländern. Diese haben einen Anteil von rund 18 Prozent an der globalen Aktienmarktkapitalisierung. Viele aufstrebende Schwellenländer hätten im Bereich der Geld- und Fiskalpolitik enorme Fortschritte gemacht, seien nur in sehr geringem Umfang verschuldet und hätten hohe Währungsreserven. Sie sind also in vielen Fällen heute deutlich stabiler einzustufen als hochverschuldete Industrieländer.

Um Vertrauen geworben

Ebenfalls nach Herisau gereist war der oberste Vermögensverwalter der UBS Schweiz, Christian Wiesendanger. Er warb im Casino um Vertrauen. Der Milliarden-Verlust, verursacht durch einen Investmentbanker in London, hätten hierzulande die Bankmitarbeitenden ebenso enttäuscht wie die Kunden. Um dem Vertrauensverlust entgegenzuwirken, seien Massnahmen eingeleitet worden – beispielsweise seien die Risiken im Investmentbanking eingeschränkt worden. Ausserdem wechselte an der Spitze die Verantwortung von Oswald Grübel zu Sergio Ermotti. (pk)

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