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FILMPROJEKT: Fünf Ausserrhoder Gemeinden wollen Grundeinkommen testen

Die Filmemacherin Rebecca Panian möchte in einem Schweizer Dorf den Bewohnerinnen und Bewohnern ein Grundeinkommen zahlen. Fünf Ausserrhoder Gemeinden wurden vorgeschlagen.
Noemi Oesch
Vor der Abstimmung «Bedingungsloses Grundeinkommen» wurden Fünfräppler auf dem Bundesplatz ausgeschüttet. Die Idee des Grundeinkommens möchte Rebecca Panian mit einem Experiment testen. (Bild: PD)

Vor der Abstimmung «Bedingungsloses Grundeinkommen» wurden Fünfräppler auf dem Bundesplatz ausgeschüttet. Die Idee des Grundeinkommens möchte Rebecca Panian mit einem Experiment testen. (Bild: PD)

Noemi Oesch

noemi.oesch@appenzellerzeitung.ch

An der eidgenössischen Abstimmung 2016 ist das bedingungslose Grundeinkommen mit rund 76.9 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt worden. Der Pioniergedanke der Initianten hat Rebecca Panian aber fasziniert. Die Aargauerin ist Filmemacherin und möchte nun das Prinzip des Grundeinkommens innerhalb eines Dorfs testen. Dafür startete sie gemeinsam mit dem Verein «Dein Grundeinkommen» vergangene Woche einen Aufruf. Jede und Jeder kann seine Gemeinde mit einer Begründung für den Testversuch vorschlagen.

Rund 80 Bewerbungen seien bereits eingegangen. Darunter auch fünf aus Appenzell Ausserrhoden. «Ich war erstaunt. Erinnere ich mich an die Abstimmungsresultate zurück, so hatte der Kanton Appenzell Ausserrhoden einen hohen Nein-Anteil», berichtet Panian. «Die vielen und meist unerwarteten Anmeldungen aller Dörfer freuen mich sehr.» Die Namen der Gemeinden möchte Panian nicht bekannt geben. «In der anfänglichen Euphorie erwähnte ich die Teilnahme des Bünder Dorfes Bergün. Kurz darauf kontaktierte mich der Gemeindepräsident zu recht. Er wäre froh gewesen, vorher und nicht durch die Presse etwas darüber zu erfahren.» Am meisten Bewerbungen seien aus Graubünden eingetroffen, gefolgt von Aargau, danach bald Appenzell Ausserrhoden.

Ziel des Experiments sei während eines Jahres in einem Dorf zu erleben, was das Grundeinkommen bewirken könnte. «Den Weg hin zum Experiment möchte ich filmisch darstellen», sagt Panian.

Bewerbungen werden noch entgegen genommen. Dennoch zeichnet sich eine favorisierte Gemeinde ab. «Sobald wir uns für eine Gemeinde entschieden haben, gehen wir auf den dortigen Gemeinderat zu», erklärt Panian. Stösst das Projekt auf Interesse, so soll gemeinsam ein Konzept erarbeitet werden, über welches das Dorf abstimmen kann. Danach weiss Panian, wie viele Einwohnerinnen und Einwohner ohne Einkommen zusätzlich finanziert werden müssten. Anhand dieser Informationen kann die Finanzierung genauer geplant werden. «Erfolgen wird diese höchstwahrscheinlich durch Crowdfunding, Sponsoring oder Patenschaften», so Panian.

Gesucht wird ein Dorf, welches zwischen 150 und 1000 Personen zählt mit einer vielfältigen Bevölkerungsstruktur, wie dem Aufruf entnommen werden kann. Somit kämen bei den Ausserrhoder Gemeinden für das Experiment gemäss der Bevölkerungsstatistik von 2016 Hundwil (956 Einwohner), Schönengrund (516), Wald (864) und Reute (699) in Frage. «Für mich macht ein Dorf Sinn, da die Strukturen und Gesetze quasi ein Miniaturland darstellen. Auch kennen sich die Leute und es gibt die Möglichkeit, demokratische Entscheide zu fällen», so Panian. «Zudem wäre aus meiner Ansicht ein nicht allzu abgelegenes Dorf mit einer eigenen Kirche und Schule optimal.»

Eigenes Leben verändert

In den letzten Jahren hat Rebecca Panian ihr Leben auf dem Kopf gestellt und ihre Fixkosten verringert. Sie wollte nicht mehr Montage verfluchen und Geld für eine Zeit sparen, welche sie vielleicht nie erleben würde. «Aktuell arbeite ich 20 Prozent als Filmverantwortliche an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.» Das sei ihr persönliches Grundeinkommen, sonst ist sie als freischaffende Filmerin tätig und nimmt nur interessante Herausforderungen an.

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