Filmdreh
«Austerlingen – überall und nirgendwo»: «Ein kriminelles Drama oder ein dramatischer Krimi» – gedreht im Appenzellerland

In Gais und im Bühler finden im Juli Dreharbeiten zu Philipp Langeneggers erstem Film statt. Mit dabei sind lokale Schauspieler wie Caroline Felber oder Thomas Götz. Für den November ist eine Aufführung in der Stuhlfabrik Herisau geplant.

Damian Allenspach
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Das Haus Heimat im Bühler wurde während der Dreharbeiten zum Armenhaus von «Austerlingen».

Das Haus Heimat im Bühler wurde während der Dreharbeiten zum Armenhaus von «Austerlingen».

Bild: PD

«Und action.» Diese berühmten Worte verbindet man eher mit grossen Filmsets in Hollywood. Dass aber auch an anderen Orten auf der Welt Filme gedreht werden, wird gerne vergessen. Dabei wird wahrscheinlich gerade dieses Werk für den Urnäscher Schauspieler Philipp Langenegger unvergesslich bleiben, denn, es ist das erste Mal, dass er nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera steht. Der Film «Austerlingen – überall und nirgendwo» erzählt die Geschichte eines Journalisten, der sich Anfang der Zweitausender mit dem Mord an einer Serviertochter konfrontiert sieht, der bereits über 50 Jahre zurückliegt. Für das Drehbuch konnte die Gaiser Schriftstellerin Anita Glunk gewonnen werden.

Von der Idee zur Umsetzung

Bis ein Film fertig umgesetzt ist, kann es lange gehen. «Bei uns waren es gefühlt zehn Fassungen», sagt Langenegger über sein Werk. Bei der Wahl seiner Schauspielerinnen und Schauspieler griff er auf seine Erfahrung zurück: «In meiner Laufbahn bin ich einigen begegnet und somit war die Frage: Mit wem würde ich gerne mal zusammenarbeiten?» Alle, die er gefragt habe, seien sofort Feuer und Flamme gewesen. An den Dreharbeiten waren schliesslich rund 20 Personen beteiligt.

Mit Anita Glunk hat er seine Wunschautorin für das Drehbuch gefunden. «Sie ist für mich eine der spannendsten Appenzeller Mundart Autorinnen der Gegenwart. Mit ihrer Gääser Art ist sie giftig. Also, genau richtig», schwärmt er. Glunk selber bezog die Inspiration für das Drehbuch aus einem Verbrechen, welches vor etlichen Jahren in ihrer Heimat Gais stattfand: «Lange Zeit hatte ich dieses Ereignis im Hinterkopf und dachte, dass es ein spannender, interessanter Stoff wäre, aus dem man etwas machen könnte.» Schlussendlich sei aber alles reine Fantasie, so spielt die Geschichte im ausgedachten Kanton Appenzellerland.

Die Drehorte entstanden auf dem Reissbrett. Die Schwierigkeit war nun aber, Orte zu finden, welche nicht zu modern zugebaut sind und wo auch verschiedene Szenen gedreht werden können. «Im ehemaligen ‹Heuboden› bei Martina und Hannes Eisenhut in Steinleuten war es perfekt», begründet der 45-Jährige seine Wahl, «grossartige Gastgeber und viel Natur.»

Philipp Langenegger (rechts) führt Regie und spielt nebenbei den Journalisten «Harry Leu».

Philipp Langenegger (rechts) führt Regie und spielt nebenbei den Journalisten «Harry Leu».

Bild: PD

Film und Theater in einem

Den Wunsch, eine Eigenproduktion in der geschichtsträchtigen Stuhlfabrik Herisau zu realisieren, hege er schon länger. Dieser Wunsch wird am 12. November in Form eines 4-Personen-Theaters das erste Mal Realität. Philipp Langenegger, welcher sowohl im Film als auch im Theater als Journalist «Harry Leu» zu sehen sein wird, gräbt in der Vergangenheit und findet dabei Überraschendes. Wie in den Szenen im Film, in denen er zu sehen sei, habe bei der Theaterversion seine Frau Angélique Kellenberger Regie geführt. Für die nötige musikalische Dramaturgie sorgen unter anderem das Trio Rond om de Säntis oder die Volksmusikerin Maya Stieger.

«Bisher sind fünf Vorstellungen geplant, wobei auch schon andere Theater ihr Interesse bekundet haben», sagt Langenegger. Der Vorverkauf startet Mitte August.

Nächstes Projekt in den Startlöchern

Was als Nächstes auf dem Plan steht, ist bereits bekannt: eine Late Night Show in der Stuhlfabrik. «Jeden letzten Montag im Monat soll bei Bratwurst und Bier mit den Gästen (ab)gerechnet werden», beschreibt der Urnäscher das Konzept. Der Start ist auf Ende September geplant. «Zudem wäre es natürlich schön», hofft Langengegger, «wenn wir die Krimireihe fortführen könnten in einem Jahr. Das Interesse ist wirklich gross.»