FILM: Von Wes Anderson inspiriert

An den diesjährigen Schweizerischen Jugendfilmtagen ist Lea Trüb aus Schachen bei Herisau mit dabei. Mit viel Leidenschaft hat sie den Kurzfilm «Nicht gleich» gedreht.

Carmen Pagitz
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Die Herisauerin Lea Trüb nimmt mit ihrem Kurzfilm «Nicht gleich» zum ersten Mal an den Schweizerischen Jugendfilmtagen teil. (Bild: PD)

Die Herisauerin Lea Trüb nimmt mit ihrem Kurzfilm «Nicht gleich» zum ersten Mal an den Schweizerischen Jugendfilmtagen teil. (Bild: PD)

Carmen Pagitz

carmen.pagitz@appenzellerzeitung.ch

Diese Woche gehen in Zürich die 42. Schweizerischen Jugendfilmtage über die Bühne. Mit dabei ist auch Lea Trüb aus Schachen bei Herisau. Mit ihrem Kurzfilm «Nicht gleich» wird sie in der Kategorie «Jugendliche von 20 bis 25 Jahre, die nicht an einer Filmschule sind» mitmachen. Die 20-Jährige absolvierte den gestalterischen Vorkurs und ist nun im vierten Lehrjahr als Gestalterin Werbetechnik. Als Vertiefungsarbeit drehte sie diesen Kurzfilm. Lea Trüb hat diese Leidenschaft per Zufall entdeckt, als sie einen Ferienfilm für eine Freundin zusammenschnitt. «Ich habe damals ungefähr 16 Stunden daran gearbeitet, trotz des eher mässigen Ergebnisses hat es mir viel Spass gemacht», sagt Lea Trüb.

Ein Film über Individualität

In ihrem Kurzfilm «Nicht gleich» geht es im Grunde um drei Freunde. Die Charaktere selbst sprechen nicht, werden aber von einer deutschen Erzählerstimme begleitet. Zu Beginn wirken die drei fast identisch, gegen Ende wird dem Zuschauer bewusst, dass die Figuren ganz unterschiedlich sind. Im Film dreht es sich um Individualität. Er zeigt den Menschen in der Gruppe und als Einzelperson. Lea Trüb versucht, keine direkte Moral in der Geschichte aufzuzeigen, sondern will dem Zuschauer die Interpretation selbst überlassen. Sie habe sich vom Stil her vom amerikanischen Filmregisseur Wes Anderson inspirieren lassen. Lea Trüb hat vor Drehbeginn eine klare Vorstellung vom Style der Kulissen, der Kleider und dem Stil des Filmes gehabt.

Mit Kontrasten spielen

Die Schauspieler sind Bekannte von Lea Trüb. Zwei Charaktere werden von Zwillingen gespielt. Sie sind blond und eher hellere Typen. Als Kontrast setzt Lea Trüb einen Freund ein, welcher ein dunklerer Typ ist. Neben Wes Anderson ist Lea Trüb auch fasziniert von Quentin Tarantino. «Beide Regisseure spielen mit Farben und krassen Kontrasten. Ich habe mich aus reiner Neugierde intensiv mit dem Thema Bildkomposition auseinandergesetzt», sagt sie. Unterstützt wurde das Team von einem Freund, der Erfahrung mit der Führung einer Filmkamera hat. Das Drehbuch schrieb sie selbst. Sie stellte sich die Herausforderung, möglichst viel zu lernen, sei es als Drehbuchautorin, Produzentin oder Kamerafrau. An den Jugendfilmtagen freue sie sich besonders darauf, dass zum ersten Mal ein Film von ihr auf der Leinwand gezeigt wird. Sie habe den Film noch nie einer solch grossen Gruppe vorgespielt, sagt Lea Trüb.

Am meisten freut sie sich auf die Gespräche mit den Fachleuten und deren Kritik. In Zukunft wird sie das Filmemachen nur nebenbei weiterführen. Sie will sich in Richtung interaktiver Medien weiterbilden lassen, da sie darin eine sicherere Zukunft sieht. Falls die Chance als Regisseurin zu arbeiten trotzdem kommt, wird sie diese auf jeden Fall ergreifen.

Hinweis

Den Film von Lea Trüb findet man im Internet auf Youtube unter «Nicht gleich».