Feuerwehr als Vereinsersatz

Auch die Feuerwehr Hundwil hat einen neuen Kommandanten: Röbi Kuratli. In den nächsten sechs Jahren muss er ein neues Kader aufbauen. Dabei steht ihm der erste Ausbildungsbeauftragte der Feuerwehr Hundwil zur Seite.

Timo Züst
Drucken
Teilen

HUNDWIL. Seit dem 1. Januar ist Röbi Kuratli Kommandant der Feuerwehr Hundwil. Das hätte er nicht vermutet, als er 21jährig zusammen mit vier Freunden zum erstenmal die feuerfeste Kleidung überstreifte. «Am Anfang war ich noch nicht sehr aktiv dabei», sagt er. Doch schon bald packte ihn der Ehrgeiz, und nun, 14 Jahre später, tritt er seine Zeit als Kommandant an.

Feuerwehr als Kompromiss

In seiner Jugend war der gelernte Landmaschinenmechaniker nie einem Verein beigetreten. Schon bald nach Abschluss seiner Erstausbildung wechselte er den Beruf und wurde Lastwagenchauffeur. Der Stückguttransport führte ihn oft in die Westschweiz, manchmal übernachtete er auch unterwegs. Der in Hundwil aufgewachsene Röbi Kuratli wäre in seinen frühen Zwanzigern gerne Mitglied eines Vereins geworden, die häufige Abwesenheit, seines Berufes wegen, liess dies aber nicht zu. Die Feuerwehr war damals eine Art Kompromiss: «So konnte ich der Gemeinschaft etwas zurückgeben, und Zeit für die acht Übungen pro Jahr fand ich immer.» Gemeinsam mit ihm traten vier seiner Freunde bei. Drei von ihnen sind heute Mitglieder des Kaders, einer Soldat.

Aus Spass an der Sache

War eine Kaderposition in der Feuerwehr Hundwil anfangs noch kein Thema, entschied sich Röbi Kuratli schon bald, die Unteroffiziersschule zu absolvieren. Lange darüber nachgedacht habe er nie: «Es hat mir einfach immer Spass gemacht», sagt er. Von da an ging es stetig aufwärts für den Hundwiler. Im Jahr 2008 absolvierte er den Offizierskurs in Waldstatt. Dieser Einsatzführungskurs war ein Pilotprojekt, Röbi Kuratli gehörte zu den ersten Teilnehmern. Als er 2010 die Grundausbildung zum Kommandanten antrat, waren die Weichen bereits gestellt.

Unterstützung von allen Seiten

Seit Beginn dieses Jahres hat die Feuerwehr Hundwil erstmals einen Ausbildungsbeauftragten, Vizekommandant Ulrich Reifler. Mit ihm zusammen erarbeitet Röbi Kuratli das Jahresprogramm. «Er nimmt mir sehr viel Arbeit ab», so der Kommandant. Der Lastwagenfahrer ist froh um jede Hilfe, da er oft länger abwesend ist, und er bekommt sie auch: «Die Feuerwehr hat in Hundwil und im Hinterland einen hohen Stellenwert.» So sei es nie ein Problem, geeignete Übungsplätze zu finden. Zudem sei sein Arbeitgeber, die Frehner AG in Schwellbrunn, zu Kompromissen bereit, ebenso seine Familie.

Nachwuchs und Kader-Rochade

In sechs Jahren wird Röbi Kuratli seine Dienstpflicht erfüllt haben. Mit ihm werden vier Kader-Mitglieder gehen. Daher besucht ein Mitglied dieses Jahr den Offiziers- und zwei den Unteroffizierskurs. Mit 36 Angehörigen erfüllt die Feuerwehr Hundwil momentan knapp das Soll, einige Mitglieder mehr würden aber nicht schaden. Röbi Kuratli hofft auf die Kampagne «Ja, genau Dich brauchen wir!»: «Ich hatte bisher sehr gute Rückmeldungen», sagt er.

Aktuelle Nachrichten