FESTIVAL: Biertrinkwetter am Open Air

Das 14. Bütschwiler Open Air erlebte über das Wochenende einen Besucherandrang wie schon seit langem nicht mehr. Dabei ist es das Musikfestival mit dem kürzesten Musikprogramm.

Michael Hug
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Am Samstag gegen Mitternacht waren sie der Höhepunkt des diesjährigen Bütschwiler Open Airs: Liricas Analas aus dem Bündnerland. (Bild: Michael Hug)

Am Samstag gegen Mitternacht waren sie der Höhepunkt des diesjährigen Bütschwiler Open Airs: Liricas Analas aus dem Bündnerland. (Bild: Michael Hug)

Und wieder, zum 14. Mal bereits, gab es am Wochenende zwei Pilgerprozessionen zum Hügel «Sal» hinauf. Am Freitag waren es rund 400, am Samstag sogar über 900 Open-Air-Fans, die das «Bütschwiler» nicht verpassen wollten und den Weg zu Fuss auf sich nahmen. Diesmal hat für einmal alles gestimmt, und vor allem spielte das Wetter mit. Man sah es kommen: Die Vorhersagen versprachen sonnige Tage und milde Nächte. Genau richtig für ein Open Air, wo man ja schliesslich nicht tropfnass und frierend in der nassen, manchandernerorts sogar schlammigen Wiese stehen will. Auf dem «Sal» ist stehendes Wasser ohnehin kein Problem, es fliesst ohne Dazutun weg. So wie das Bier, das man hektoliterweise hinauftransportieren muss – und dann plötzlich, mit mehr oder weniger Dazutun, ebenso weggeflossen ist.
 

1400 Besucher am Open Air

Fast 1400 Personen haben das Open Air Bütschwil besucht. Dies dürfte in die Annalen eingehen und macht Mut für die Jubiläumsausgabe im nächsten Jahr. Das stehe denn auch schon fest, sagte Olivia Hug, Mediensprecherin des Vereins Open Air Bütschwil, es werde wiederum Ende Juli stattfinden. Dabei bleibt das «Bütschwiler» das Festival mit dem kürzesten Musikprogramm: Nur eine Liveband am Freitag, deren drei am Samstag. Dazu gabs Konserven- und Elektronik-Musik von zwei DJs als Rahmenprogramm. Doch man muss in Bütschwil auch auf die finanziellen Möglichkeiten achten, und deshalb legt Programmchef Christoph Kasmmermann den Fokus auf ein pointiertes Musikprogramm statt auf ein ausuferndes ohne richtigen Höhepunkt.

Das Saint City Orchestra machte am Open Air Bütschwil Stimmung mit irischer Musik. (Bild: Michael Hug)
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Am Freitag gabs Musik im Festzelt, das bis Mitternacht mehr als voll war. (Bild: Michael Hug)
Auch die Kids amüsieren sich und tanzen am Open Air. (Bild: Michael Hug)
Mitternacht: Liricas Analas treten auf, und die Fans rocken mit. (Bild: Michael Hug)
Am Open Air steht man an der freien Luft und geniesst den Abend. (Bild: Michael Hug)
Am Samstagabend musste zusätzliches Bier beschafft werden. (Bild: Michael Hug)
From Kid hatte ihren Auftritt kurz nach dem Eindunkeln. (Bild: Michael Hug)

Das Saint City Orchestra machte am Open Air Bütschwil Stimmung mit irischer Musik. (Bild: Michael Hug)

Der Headliner mit Auftritt kurz vor Mitternacht hiess Lyricas Anales. Die Hip-Hop-Band aus dem Kanton Graubünden erlebt zurzeit einen Höhenflug. Und obwohl die Wenigsten auch nur ein Wort der drei Rätoromanisch sprechenden Rapper verstehen, so schwebt doch der Geist der eingängigen Musik über dem begeisterten Publikum. From Kid und 5 Days 2 Break hiessen die zwei anderen Bands. Sie läuteten den Samstagabend ein und schaukelten das Publikum Takt für Takt hoch bis zum Hauptact am späten Abend. Am Freitag machte das St. Galler Saint City Orchestra mächtig Stimmung mit seiner irisch angehauchten Partymusik.

Viele Leute – wenig Probleme

«So viele Leute und so wenig Probleme», sagte Präsident Roger Bachmann am Samstag. Und so viel Durst – hätte er anfügen können. Zu diesem Phänomen nahm ein ungenannt sein wollender Helfer aus dem Nachschubbereich Stellung: «Es ist Biersaufwetter!» In der Tat: Gegen 2000 Liter Bier hatte der Getränkelieferant auf den «Sal» geschafft, rund 100 Fässchen à 20 Liter. Und keines kam voll wieder herunter. Natürlich sei der grosse Durst der Fans auch bei den alkoholfreien Getränken zu spüren gewesen, sagte Pressesprecherin Olivia Hug: «Wir sind sehr zufrieden mit allem am diesjährigen Open Air. Vor allem auch mit dieser hohen Zahl von Fans. Die Sommerferien haben anscheinend überhaupt keinen Einfluss auf gute Musikanlässe, im Gegenteil, die Stimmung ist viel besser, als wenn die Leute vorher noch arbeiten müssen.» Zudem komme ein grosser Teil der Fans mit dem ÖV und zu Fuss ans Open-Air, das sei sehr erfreulich.