FESTAKT: Friedensregion Appenzellerland

Landammann Matthias Weishaupt betont an der Eröffnungsfeier des Friedensweges die Bedeutung der humanitären Tradition der Schweiz. Gleichzeitig kritisiert er eine Doppelmoral aufgrund von Rüstungsexporten.

Martin Schneider
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Treibende Kräfte des Friedenswegs: Vorderländer Gemeindepräsidenten mit Landammann Matthias Weishaupt (weisses Hemd) und Hansjörg Ritter, Präsident des Vereins Dunant 2010plus (rechts). (Bild: Martin Schneider)

Treibende Kräfte des Friedenswegs: Vorderländer Gemeindepräsidenten mit Landammann Matthias Weishaupt (weisses Hemd) und Hansjörg Ritter, Präsident des Vereins Dunant 2010plus (rechts). (Bild: Martin Schneider)

Martin Schneider

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Es ist vollbracht: Der Appenzeller Friedensweg zu Ehren von zehn Persönlichkeiten ist eröffnet. Konkret führt dieser von Walzenhausen bis nach Heiden. Am Samstag wurde zu einer Wanderung sowie einer offiziellen Eröffnungsfeier in der Kirche Wolfhalden geladen. Die Wanderschuhe geschnürt hatte auch Landammann Matthias Weishaupt.

Vor über 200 Gästen, darunter Ständerat Andrea Caroni und Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, zeigte sich Hansjörg Ritter zufrieden mit dem Erreichten. Der Präsident des Vereins Dunant2010plus – die treibende Kraft hinter dem Friedensweg – betonte aber auch: «Natürlich ist mit der heutigen Eröffnung die Arbeit nicht abgeschlossen, sondern geht mit einem weiteren Vermitteln der Botschaft erst richtig los.» Ritter betonte noch einmal die internationalen Wirkungsfelder der geehrten Personen, darunter Henry Dunant, Gertrud Kurz oder Carl Lutz, die alle einen Teil ihres Lebens im Appenzeller Vorderland verbrachten.

Weishaupt hinterfragt die Waffenexporte

Als Hauptredner des Anlasses wirkte Landammann Matthias Weishaupt, der sich von der internationalen Ausstrahlung der geehrten Persönlichkeiten überzeugt zeigte. «Gemeinsam wandern wir heute durch das Appenzeller Vorderland, eine eigentliche Friedensregion mit weltweiter Ausstrahlung». Er bezeichnete die Geehrten als «Lichtgestalten der Humanität», deren Ideen und Visionen angesichts der immer noch zahlreichen Konflikte auf der Welt vor allem der Jugend näher gebracht werden müssten. Weiter betonte der Landammann auch die Wichtigkeit der humanitären Tradition der Schweiz für die Welt, verbunden mit ihrer Neutralität. Er forderte die Anwesenden dazu auf, sich Gedanken zu machen, ob dieses Verständnis von Neutralität zu Ende gedacht sei. «Tagtäglich wird in der Schweiz mit Krieg und bewaffneten Konflikten viel Geld gemacht, mit der Herstellung von Kriegsmaterial und mit Waffenexporten», gab er zu bedenken. Doch eine Neutralität, die dem Frieden verpflichtet sei, dürfe keine Geschäfte mit dem Krieg machen. Die Rede endete mit einem Aufruf, den Einsatz für Frieden, Humanität und sozialen Frieden trotz vieler Mühen nicht aufzugeben.

Im Anschluss an die Feierlichkeiten in der Kirche begaben sich die Gäste zur zehnten Station des Friedensweges, an die Friedensglocke von Nagasaki vor dem Henry-Dunant-Museum in Heiden. Ähnlich wie in den vorangegangenen Reden gab auch der Gemeindepräsident von Heiden, Gallus Pfister, zu bedenken, dass Krieg und Frieden in der heutigen Zeit angesichts von Konflikten und Terrorakten sehr aktuelle Themen seien. Angebote, die an den Frieden erinnern, etwa der 1972 eröffnete und 500 Kilometer lange Friedensweg in den Dolomiten oder der jährlich stattfindende Friedensweg am Bodensee, seien von sehr hoher Wichtigkeit. «Jetzt gibt es neu auch unseren Friedensweg, der an die guten Taten und den Kampf für den Frieden von zehn Persönlichkeiten aus unserer Gegend erinnert», freute sich Gallus Pfister bei herrlichem Sonnenschein.