Fernwärme überquert die Thur

WATTWIL. Der Leitungsbau für den Wärmeverbund soll allein rund 2,7 Millionen Franken kosten. Wenn alles gut läuft, kann eine erste Etappe des Netzes 2016 in Betrieb gehen. Offen ist, ob man bei der Eichhofstrasse auf Fels stösst.

Martin Knoepfel
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Bei der Fussgängerpasserelle werden die Fernwärmeleitungen die Schienen in einer Tiefe von 2,5 Metern unterqueren. Das muss ohne Baugrube bewerkstelligt werden. (Bild: Martin Knoepfel)

Bei der Fussgängerpasserelle werden die Fernwärmeleitungen die Schienen in einer Tiefe von 2,5 Metern unterqueren. Das muss ohne Baugrube bewerkstelligt werden. (Bild: Martin Knoepfel)

Das Projekt für die Fernwärmeleitungen des Fernwärmeverbunds Wattwil lag bis am Dienstag im Gemeindehaus Wattwil auf. Während dieser Zeit lief die Einsprachefrist.

Den Projektunterlagen kann man entnehmen, dass die Fernwärmeleitungen von der Zentrale im Flooz entlang der Krinauerstrasse vor dem Feuerwehrdepot vorbeiführen werden. Nach der Unterquerung der Zufahrt zur Umfahrung Lichtensteig werden sie unter der Wiese liegen. Nördlich des Bleichenbachs unterqueren sie die Wilerstrasse und verlaufen dann in der Eichhofstrasse. Hier könnte Fels den Leitungsbau erschweren und verzögern, heisst es in den Unterlagen. Entlang der Wilerstrasse werden die Fernwärmeleitungen unter dem bergseitigen Trottoir verlegt. Via Hofjüngerstrasse erreichen sie den Coop und die Poststrasse. Beim Coop zweigt ein Seitenast ins Gebiet Risi ab. Zudem werden andere Stränge das Gemeindehaus und weitere Gebäude versorgen.

Bis zum Saurer-Werksgelände

Die Hauptleitung folgt der Ebnaterstrasse. Bei der Einmündung der Volkshausstrasse verzweigen sich die Leitungen. Ein Strang führt unter der Ebnaterstrasse am Rietwisareal vorbei zum unter Schutz stehenden Gebäude an der Ecke Ebnater- und Bahnhofstrasse. Der andere Strang führt via Volkshaus und Lindenhofstrasse zum BWZT. Seitenstränge erreichen die Gebäude zwischen der Migros und den Thurwerken sowie die Kanti. Vom Parkplatz des BWZT erstrecken sich die Leitungen unter der Bahnhofstrasse nach Süden, ehe sie bei der Fussgängerpasserelle die Gleise der Bahn unterqueren, um das Saurer-Werkgelände zu erschliessen. Von diesem aus ist der Anschluss weiterer Gebäude im Westen Wattwils möglich.

Für die Unterquerung der Zufahrt zur Umfahrung Lichtensteig in Bunt und für den Abschnitt unter den Bahngeleisen in Wattwil müssen keine Gräben aufgerissen werden. In den Projektunterlagen wird von einer «Unterpressung» gesprochen.

Die Fernwärmeleitungen werden in der Regel 80 Zentimeter unter der Erde oder tiefer verlegt. Unterhalb der Schienen müssen sie allerdings in einer Tiefe von mindestens 2,5 Metern verlegt werden. Bei der Dorfbach- und der Volkshausbrücke werden die Fernwärmeleitungen an der Brücke aufgehängt. Die Fernwärme überquert also den Dorfbach und die Thur. In der neuen Platte der Schmidenbachbrücke werden die Rohre schon integriert.

Flexibles System

Für die Leitungsstränge werde ein System verwendet, das flexibel sei, heisst es in den Projektunterlagen. Nachträgliche Anschlüsse liessen sich einfach realisieren. Im Fernwärmenetz fliesst im einen Rohr warmes Wasser zu den Übergabestationen bei den Abnehmern. Das abgekühlte Wasser fliesst im anderen Rohr zur Heizzentrale zurück. Die erste Etappe des Wärmeverbunds erstreckt sich bis zur Schmidenbachbrücke und die zweite von dort zur Poststrasse. Die dritte Etappe umfasst den Rest des Netzes. Im Herbst 2016 kann möglicherweise ein Teil und 2017 der Rest des Fernwärmenetzes in Betrieb genommen werden.