Ferienjobs sind schnell besetzt

In diesen Tagen übernehmen Schüler in Toggenburger Unternehmen kleinere Arbeiten als sogenannte Ferienjöbler. Sie helfen den Unternehmen, die Ferienabsenzen auszugleichen, und erhalten wertvolle Erfahrung in der Arbeitswelt.

Sabine Schmid
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KMU, wie die Morga in Ebnat-Kappel, bieten während der Ferienzeit häufig Jobs fürs Schüler an. (Bild: Hanspeter Schiess)

KMU, wie die Morga in Ebnat-Kappel, bieten während der Ferienzeit häufig Jobs fürs Schüler an. (Bild: Hanspeter Schiess)

TOGGENBURG. Bereits eine Woche dauern die von wohl manchem Schüler heiss ersehnten Sommerferien. Doch lange nicht für alle steht während der fünf Wochen das süsse Nichtstun auf dem Programm. Viele nutzen die Möglichkeit, einem Ferienjob nachzugehen und sich so einen Zustupf zum Taschengeld zu verdienen. Doch bieten die Firmen überhaupt Ferienjobs an?

Der Schnellste gewinnt

Die Nachfrage nach Ferienjobs ist grösser als das Angebot. Dies zeigte sich bei der Nachfrage unserer Zeitung bei einigen KMU im Toggenburg. Speziell bewerben oder gar ausschreiben müssen sie die Ferienjobs nicht, dennoch flattern einige Wochen vor den Ferien die Bewerbungen auf den Tisch. «Wir vergeben die Jobs vor allem nach dem Eingang der Bewerbung», erklärt Marcel Gadient bei der Morga. Das Unternehmen in Ebnat-Kappel beschäftigt auch immer wieder Schüler, die bereits einmal bei ihm tätig war. Gerade die Schüler, die schon einmal bei der Bürstenfabrik Ebnat AG einen Ferienjob gemacht haben, hätten einen Vorteil bei einer erneuten Bewerbung, sagt Peter Brunner. Aber auch Kinder von Mitarbeitenden finden immer wieder einen Ferienjob in der «Bürsti». «Wir bevorzugen bei der Vergabe von Ferienjobs die Kinder unserer Mitarbeitenden», sagt auch Franziska Bähler von der Firma Berlinger in Ganterschwil. Diese dürfen während maximal einer Woche einen Ferienjob ausrichten. «Denn die Ferien gelten in erster Linie der Erholung», erklärt Franziska Bähler die Firmenphilosophie. Die meisten Schüler haben während einer bis drei Wochen im Sommer einen Ferienjob. «Weniger als eine Woche bringt weder uns als Arbeitgeber noch dem Schüler viel», sagt Ruedi Artho von der Lichtensteiger Kägi AG. Diesbezüglich unterscheiden die meisten Firmen aber zwischen Schülern und Studenten. «Wer über 18 Jahre alt ist, muss mindestens während vier Wochen bei uns jobben», sagt Peter Brunner von der Bürstenfabrik Ebnat. Auch in der Kägi dauern die Engagements der Studenten länger, manchmal mehrere Monate. Gerne greift auch die Firma Berlinger auf Studenten zurück, die einen Ferienjob machen möchten. Franziska Bähler nennt das Beispiel von einem ehemaligen Mitarbeiter, der mittlerweile ein Studium aufgenommen hat, aber Ferienjobs in seiner ehemaligen Firma übernimmt.

Einblick in die Arbeitswelt

Es gibt in der Region aber auch Betriebe, die keine Ferienjobs anbieten. Einige Schüler nutzen die freie Zeit aber für Schnupperlehren. Egal ob Ferienjob oder Schnupperlehre, alle Arbeitserfahrung nutze den Jugendlichen im Hinblick auf die Ausbildung, sagt Cécile Ziegler, Leiterin der Berufs- und Laufbahnberatung Toggenburg. Ferienjobs ermöglichen einen weiteren Einblick in die Arbeitswelt. Der Jugendliche lerne zudem, was es heisst, einen ganzen Tag und eine ganze Woche zu arbeiten. Auch die Anweisungen von den Vorgesetzten entgegenzunehmen und umzusetzen, sei für viele eine gute Erfahrung.

Auch wenn das Angebot von Ferienjobs für die Firmen mit einem Mehraufwand verbunden ist, halten sie daran fest. «Wir haben bis jetzt nur positive Erfahrungen mit Ferienjöblern gemacht», sagt Beatrix Hasler von der Mosmatic AG in Necker. Damit spricht sie wohl den meisten aus dem Herzen.