Ferienjobs sind heiss begehrt

REGION. Die Frankenstärke hat keinen Einfluss auf die Ferienjobs, die Firmen im Toggenburg anbieten. Ein paar ausgewählte Unternehmen geben Auskunft, wie sie Schüler und Studenten anstellen.

Cecilia Hess-Lombriser
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Bei der Pramol-Chemie AG in Bütschwil ist das Abfüllen von Reinigungsmitteln die Arbeit von Ruth Gugger. (Bild: pd)

Bei der Pramol-Chemie AG in Bütschwil ist das Abfüllen von Reinigungsmitteln die Arbeit von Ruth Gugger. (Bild: pd)

Studentinnen und Studenten brauchen eine Arbeit während des Studiums oder mindestens während ihrer Semesterferien, um ihr Studium und den Lebensunterhalt mitzufinanzieren. Schülerinnen und Schüler sparen für eine grössere Anschaffung, und ein Batzen, den sie selber verdient haben, ist umso wertvoller. Allerdings, einen Ferienjob zu finden, ist anspruchsvoll. Früh anzufragen lohnt sich. Und wer schon einmal einen Ferienjob in einem Unternehmen hatte, der hat die Chance, wieder beschäftigt zu werden. Entsprechend haben sich ein paar ausgewählte Firmen auf Anfrage geäussert.

Früh anfragen lohnt sich

«Nein, wir haben keine Ferienjobs», «Wir haben keine Ressourcen, jemanden anzuleiten» oder «Wir hatten letztes Jahr Jugendliche angestellt, aber dieses Jahr nicht; es kommt immer darauf an, wie viel Arbeit wir haben und welche Art von Arbeit.». Das sind einige der Antworten, die diese Zeitung bei einer Umfrage bei kleineren und grösseren Unternehmen erhalten hat. Einzelne Betriebe haben Betriebsferien und sind deshalb nicht erreichbar. Bei anderen ist es hingegen seit Jahren üblich, Schülerinnen und Schüler und Studentinnen und Studenten während der Sommerferien oder der länger dauernden Semesterferien anzustellen. Bei der Kägi AG in Lichtensteig gibt es jährlich zwei bis fünf Ferienjobs. «Wir haben jedoch viel mehr Bewerbungen», sagt Produktionsleiter Hanspeter Scherrer. Eine Aussage, die auch andere machen. Wer früh anfragt, hat deshalb die grössere Chance auf einen Job. Der starke Franken habe bei ihnen weniger Bedeutung und wirke sich deshalb auch nicht auf die begehrten Ferienanstellungen aus. Auch das ist eine Aussage, die sich bei der kleinen Umfrage wiederholt. Von «tageweise bis zwei Monate» blieben die Jugendlichen, sagt Hanspeter Scherrer. Abgemacht werde alles mündlich. Eine gewisse körperliche Belastbarkeit müssten die Interessenten mitbringen und: «Sie müssen arbeiten wollen.» Eingesetzt würden sie in der Produktion, beim Palettieren, als Handlanger.

Unkomplizierte Anstellung

Die Pramol-Chemie AG in Bütschwil hat in ihrem Produktionsprogramm Reinigungs- und Pflegemittel für Gebäudeunterhalt und Industrie, gewerbliche Geschirrspülmittel und Mittel für die Textilreinigung. Auch sie stellt Schüler und Studierende an. Einerseits, um diese zu unterstützen, wie der Geschäftsführer Kurt Geiger sagt, und andererseits als Hilfe während personalreduzierten Zeiten. Zwischen einer Woche und zwei Monaten seien die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei ihnen. Die Anstellung erfolge unkompliziert. Die Frage der Versicherung sei mit der Suva Unfallversicherung geklärt. Die Arbeiten erstreckten sich von administrativen Arbeiten über das Abfüllen bis zum Handlangern. «Wir müssen viele Interessierten abweisen», sagt auch Kurt Geiger. Bei der Morga AG in Ebnat-Kappel, die vegetarische und Bio-Lebensmittel aller Art produziert und vertreibt, arbeiten 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch sie stellt Jugendliche ab 14 Jahren an. Auskunft gibt Anne-Marie Lusti, die im Verkauf tätig ist, weil die zuständige Person aus der Personalabteilung in den Ferien weilt. Schüler liessen sich eine bis zwei Wochen anstellen, Studenten länger. Weil die Morga im Bereich Lebensmittel arbeitet, gebe es eine schriftliche Vereinbarung, damit auch die nötigen Hygienevorschriften eingehalten würden. Und auch der Lohn werde schriftlich festgehalten. Arbeit gebe es in der Produktion und in der Spedition.

Einfache Arbeiten

Bei der Lichtensteiger Fritz Schiess AG, Feinschnitt-Stanzwerk, gibt es zurzeit keine Schüler, die jobben. «Es kommen jedoch manchmal ganz kurzfristig Anfragen herein und es kann gut sein, dass wir während der letzten zwei Wochen zwei bis drei Schüler beschäftigen», informiert die Personalabteilung. Es könne dabei eingepackt oder Teile verlesen werden; Arbeiten eben, die schnell angeleitet werden können. Es gebe eine schriftliche Bestätigung der Anstellung, es müsse ein Personalbogen ausgefüllt werden und die Sicherheitsvorschriften würden erklärt werden. Die Ferienjobs könnten helfen, gewisse Spitzen zu brechen, erklärt die Auskunft gebende Person. Rund zwei Dutzend Schüler und Studierende arbeiten von Juni bis September für kürzere oder längere Zeit bei der Ebnat AG, die mit Eigen- und Drittlabeln Interdental-, Zahn-, Haushalts- und Industriebürsten produziert und vertreibt und der grösste Arbeitgeber im Obertoggenburg ist. Ursula Stäheli ist Abteilungsleiterin Waren-Logistik und sie sorgt auch dafür, dass die Jugendlichen während ihres Ferienjobs Abwechslung haben. Mit der grossen Produktionspalette sind sie an verschiedenen Orten einsetzbar.

Zwei Dutzend Ferienjobber

40 bis 50 Bewerbungen gehen bei der Ebnat AG jährlich ein. Diese müssen per Mail eingehen, auch wenn es vorher einen telefonischen Kontakt gegeben hatte. Die Ebnat AG bestätigt dann die Anstellung ebenfalls per Mail. «Auf diese Weise liegt etwas Verbindliches vor», begründet Ursula Stäheli. Wer über 18 sei, müsse mindestens vier Wochen bleiben, weil die AHV abgerechnet wird.

Bei den Schülern sei die Dauer individuell. Die Arbeiten könnten Montagen und Endmontagen sein, das Zusammenstellen von Sets, das Kommissionieren, also die Zusammenstellung von Bestellungen, und das Einscannen der Produkte, wobei diese Arbeit von einem Festangestellten am Schluss kontrolliert werde. Auch Stanzarbeiten oder einfache Kontrollarbeiten seien möglich. «Wir machen gute Erfahrungen. Die meisten haben eine schnelle Auffassungsgabe und sind zuverlässig», attestiert die Abteilungsleiterin. Zwischen 15 und 20 Franken gibt es als Stundenlohn. Das entspricht der allgemeinen Empfehlung für Ferienjobs. Als Voraussetzung wünscht sich die Ferienjobanbieterin Motivation und die Bereitschaft, etwas zu lernen.