Ferien für das Kind im Manne

Morgen beginnen meine Ferien. Während den nächsten zwei Wochen bin ich mit einer Abteilung Pfadfinder in Gonten im Sommerlager, als (Hilfs-)Lagerkoch. Ein Freund hat mich angefragt. Als er «Pfadilager» hörte, habe er sofort an mich gedacht.

Merken
Drucken
Teilen

Morgen beginnen meine Ferien. Während den nächsten zwei Wochen bin ich mit einer Abteilung Pfadfinder in Gonten im Sommerlager, als (Hilfs-)Lagerkoch. Ein Freund hat mich angefragt. Als er «Pfadilager» hörte, habe er sofort an mich gedacht. Schon in meiner Kindheit war das Sommerlager der unbestrittene Höhepunkt im Jahr. Von meinen 24 Lebensjahren war ich 15 Jahre in der Pfadi – und seit ich es nicht mehr bin, vermisse ich es, vor allem das Sommerlager.

Im Sommerlager herrschen andere Regeln. Man baut sein eigenes Dorf, ist abgeschottet von der Zivilisation, man stinkt, man macht Feuer, man wandert, man läuft durch den Wald, man macht die Nacht zum Tag. Und man ist Allrounder: Man hackt, man knüpft, man hämmert, man buddelt, man näht, man spielt Fussball. Seit ich zugesagt habe, freue ich mich auf das Lager, wie ich es als Kind getan habe. Im Lager bricht man aus dem Alltag aus und ist weit weg von Telefonen, Computern und Fernsehern. Es gibt keinen Grund, sich zu rasieren oder zu waschen, man darf ungestraft verwildern.

Man muss nicht erwachsen sein, man darf kindischen Schabernack treiben.

In den nächsten beiden Wochen werde ich dem grossen Kind in mir Gelegenheit geben, sich so richtig auszutoben. Vielleicht fällt es mir danach leichter, wieder so zu tun, als ob ich erwachsen wäre.

Johannes Wey