Felssturz im Grenzgebiet

Bei einer Bergtour am Sonntag stellte Leser Marco Tizzoni aus Waldstatt auf dem Chammhalden-Grat einen Felsabbruch fest. Zu Schaden kam niemand. An besagter Stelle führe kein Wanderweg vorbei, so der Wegmacher.

Roger Fuchs
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Als Marco Tizzoni aus Waldstatt letztmals an diesem Felsen vorbeiging, war er noch doppelt so gross. Ein offizieller Weg führt hier nicht vorbei. (Bild: Leserbild: Marco Tizzoni)

Als Marco Tizzoni aus Waldstatt letztmals an diesem Felsen vorbeiging, war er noch doppelt so gross. Ein offizieller Weg führt hier nicht vorbei. (Bild: Leserbild: Marco Tizzoni)

APPENZELLERLAND. Zum siebten Mal in dieser Saison war Marco Tizzoni aus Waldstatt am Sonntag unterwegs vom Chamm über den Girenspitz in Richtung Säntis. An einer Stelle im unteren Drittel des Aufstiegs präsentierte sich ihm eine Situation, die er so nicht kannte: An einer Felserhebung fehlte eine grösseres Stück. «Der markante Fels war vor dem Abbruch rund doppelt so breit», lässt er die Redaktion wissen.

Bestätigung des Abbruchs

Sepp Manser, stillstehender Hauptmann des Innerrhoder Bezirks Schwende, kann nach ersten Abklärungen den Felsabbruch bestätigen. Passiert sei das Ganze bei einem Felssporn auf Kantonsgrenzgebiet zwischen Hundwil und dem Bezirk Schwende. Manser spricht von einem natürlichen Abbruch, weder Menschen noch Tiere seien gefährdet gewesen. Eine Schätzung bezüglich abgebrochener Kubikmeter wäre allerdings vermessen, so Sepp Manser.

Tödliche Unfälle

Das abgebrochene Gestein dürfte in einen Schuttkegel im Gebiet Potersalp gefallen sein, wie dies Hans Fitzi anhand des Fotos bestätigt. Fitzi ist Rettungschef bei der Rettungsstation Schwägalp, die zur Alpinrettung Schweiz gehört.

Grundsätzlich ist man gemäss Fitzi im Alpstein nur sehr selten mit solchen Felsabbrüchen oder Steinschlägen konfrontiert. Beispielsweise erinnert er sich an eine Situation vor rund drei Jahren oberhalb der Tierwis. «Da mussten wir handeln», sagt er. Folglich sei der Weg gesperrt und gefährliches Gestein weggeschafft worden. Nicht immer hat man im Verlauf der Jahre gefährliche Stellen vorzeitig bemerkt. Hans Fitzi weiss von zwei tödlichen Unfällen wegen Steinschlägen in den letzten zehn Jahren. Beim aktuellen Felsabbruch dürfte auch aus seiner Sicht niemand gefährdet gewesen sein. Und Gemsen oder Steinböcke spüren seinen Ausführungen zufolge jeweils früh, wenn etwas nicht stimmt.

Grund für abbrechende Steine ist die Witterung. Eis, das sich im Winter bildet, hat gemäss Fitzi mehr Volumen als Wasser. «Wiederholt sich dieser Vorgang regelmässig, können sich Risse bilden und Felsstücke abbrechen.»

Kein offizieller Wanderweg

Hans Fitzi wie auch der Innerrhoder Wegmacher Patric Hautle halten fest, dass beim Felsabbruch auf dem Chammhalden-Grat kein offizieller Wander- und Bergweg vorbeiführt. Besagter Weg sei nicht einmal als blau-weisser Alpinwanderweg ausgeschildert, so Hautle.

Hans Fitzi Rettungschef der Rettungsstation Schwägalp (Bild: pd)

Hans Fitzi Rettungschef der Rettungsstation Schwägalp (Bild: pd)