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An Silvester ertönen feierliche Töne vom Kirchturm in Heiden

Der Auftritt der Turmbläser ist zu einer schönen Tradition geworden. Der Heidler Stephan Schläpfer ist einer der vier wetterfesten Musiker.
Karin Erni
Heute Abend wird In Heiden das alte Jahr in luftiger Höhe musikalisch verabschiedet. (Bild: Hansruedi Graf)

Heute Abend wird In Heiden das alte Jahr in luftiger Höhe musikalisch verabschiedet. (Bild: Hansruedi Graf)

Seit elf Jahren erfreuen am Silvesterabend Turmbläser mit ihren Posaunen und Trompeten die Heidler Bevölkerung. Um das Alte Jahr zu verabschieden und das Neue Jahr zu begrüssen, begeben sich vier Musiker des Blasorchesters Heiden auf den 36 Meter hohen Turm der evangelischen Kirche. «Es ist etwas ganz Besonderes, die steilen Stufen des engen Ganges hochzusteigen und am imposanten Glockenstuhl vorbei auf die Terrasse zu gelangen», sagt Trompeter Stephan Schläpfer. Man müsse aufpassen, dass die Glocken nicht gerade dann die Stunde schlagen. «Sonst verhaut es einem fast das Gehör.»

Stephan Schläpfer erinnert sich an die Anfänge des Brauches: «Im Jahr 2007 wollten wir einen Anlass machen, um das Dorf zu beleben.» Die Gemeinde machte mit und spendierte Glühwein und Punsch. 200 bis 300 Leute besuchen jeweils die Feier. Am besten gefalle ihm die Aussicht auf dem Kirchturm, sagt Stephan Schläpfer. «Wir haben einen Logenplatz und sehen Heiden und die Umgebung. Von hier aus können wir die vielen Feuerwerke wunderbar geniessen.» Nach dem Einläuten des Neuen Jahres spielen die Musiker nochmals einige Stücke. Danach steige er jeweils gern hinunter, um mit seiner Frau und den vielen Bekannten auf dem Platz auf das Neue Jahr anzustossen.

Von klassisch bis modern

Das Repertoire der Bläser umfasst neben klassischen Stücken aus dem 17. und 18. Jahrhundert auch bekannte Melodien aus den Sparten Gospel oder Blues. Gerne präsentieren sie dem Publikum auch mal eine Eigenkomposition. Nur etwas ist über die Jahre gleich geblieben: Als letztes Stück vor dem Ausläuten spielen die Turmbläser jeweils das Landsgemeinde Lied. Neben Stephan Schläpfer ist auch Markus Signer aus Rehetobel von Anfang an dabei. Nur die Mitspieler wechselten von Zeit zu Zeit. Es sei nicht besonders schwierig, neue Musiker zu finden. Derzeit spielt ein Sohn Signers bei den Turmbläsern mit.

Den Unbilden der Witterung ausgesetzt

Es braucht aber schon eine Portion Härte, auf dem exponierten Turm zu musizieren. Frisch sei es immer, sagt Schläpfer. «Manchmal haben wir zudem starken Wind oder Schneetreiben.» Der Frost setzt den Musikern am meisten zu. Nicht nur die Finger sind kalt, auch die Ventile der Trompeten und die Züge der Posaunen können wegen des erkalteten Öls schon mal einfrieren. Einmal sei nach einem Windstoss einer Posaunistin der Zug gar hinuntergefallen, erinnert er sich lachend. Weil die äusseren Umstände auf dem Turm das Zusammenspielen erschweren, wird das Programm vorher solange eingeübt, bis es sitzt. Etwas ganz Besonderes sei auch die Akustik. «Man hört sich selber nicht so gut, weil der Schall nicht zurückkommt, wie man es sich in einem Raum gewohnt ist.»

Hinweis:
Die Turmbläser Heiden spielen von 23.20 bis 23.45 Uhr und ab 0.15 Uhr.
Auch Gais feiert mit Turmbläsern: Ab 23.30 Uhr spielen Turmbläser der Musikgesellschaft Gais auf dem Turm der evangelischen Kirche, bis das alte Jahr ausgeläutet wird. Um Mitternacht lädt die Gemeinde alle Anwesenden zu einem Apéritif und zum Anstossen aufs neue Jahr an. Nach dem Einläuten des neuen Jahres geben die Turmbläser nochmals einige Stücke zum besten.

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