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Fehlgeburten wegen Hundekot auf der Wiese: Dieser Bauer aus Speicher kämpft um das Leben seiner Kühe

Die zunehmende Verschmutzung der Weideflächen bedroht die Gesundheit vieler Tiere. Ein betroffener Landwirt kämpft nun für die korrekte Entsorgung des Abfalls.
Karin Erni
Die Kühe von Heinz Frick aus Speicher hatten in letzter Zeit wiederholt Fehlgeburten. (Bild: Karin Erni)

Die Kühe von Heinz Frick aus Speicher hatten in letzter Zeit wiederholt Fehlgeburten. (Bild: Karin Erni)

In den letzten drei Monaten hatte Heinz Frick aus Speicher viel Pech im Stall. Gleich fünf seiner Kühe erlitten eine Fehlgeburt. «Das hat gravierende Folgen für die Kuh und kann sogar ihr Todesurteil bedeuten», sagt der Bauer. Wenn eine Kuh zu lange keine Milch gibt oder unheilbar krank ist, muss sie in der Regel zum Metzger. Wenn sie gerettet werden kann, entstehen hohe Tierarztkosten, für die der Landwirt vollumfänglich selber aufkommen muss. Zusätzlich zum Schaden kommt noch das entgangene Milchgeld.

Bei den letzten beiden Abort-Fällen konnte als Ursache ein Befall durch Neospora caninum nachgewiesen werden. Der Parasit ist für den Menschen nicht gefährlich, führt aber bei Kühen zu Fruchtbarkeitsstörungen und Fehlgeburten. Weil Hunde Zwischenwirte des Erregers sind, könnte eine Übertragung durch Hundekot möglich sein. Dafür spricht, dass am Hof der Fricks eine beliebte Versäuberungsroute vorbeiführt.

Relativ seltene Krankheit

Die Krankheit könne aber auch schon vor längerer Zeit vom Muttertier aufs Kalb übertragen worden sein, gibt Tierarzt Hanspeter Fässler aus Stein zu bedenken. «Der Fall von Heinz Frick ist zwar tragisch, doch in meiner Praxis sind Neospora-Fälle relativ selten. Viel häufiger ist es, dass ich Tiere wegen verschluckter Fremdkörper behandeln muss. Dies kommt fast täglich vor», so Fässler.

«Durch die gestiegene Mechanisierung in der Landwirtschaft hat der Bauer heute kaum noch direkten Kontakt mit dem Futter der Tiere und kann daher allfällige darin befindliche Fremdkörper nicht erkennen.»

Das Gras wird heutzutage mit einer Maschine geschnitten, zu Ballen gepresst und im Futtermischer noch einmal zerhackt. Eine Aludose oder Glasflasche kann so in Dutzende kleiner scharfer Teilchen zerfallen, die den Kühen Verletzungen in den Verdauungsorganen zufügen können. Diese Fremdkörper könne er nicht mit einem Magneten aus dem Kuhmagen holen, wie beispielsweise verschluckte Nägel oder Drahtstücke, sagt der Tierarzt. Zur Rettung verletzter Kühe sei ausserdem grosser Antibiotikaeinsatz nötig. «Und das ist ja auch nicht das, was wir wollen.»

Kampagne gegen Littering und Hundekot

Heinz Frick will nun die Öffentlichkeit für diese Probleme sensibilisieren. Gemeinsam mit der Land- und Alpwirtschaftlichen Genossenschaft Speicher plant er eine Plakatkampagne. Sie will Spaziergänger und Hundehalter daran erinnern, keinen Abfall liegenzulassen und den Hundekot fachgerecht zu entsorgen.

Beim eigenen Hund, den die Familie seit einem Jahr besitzt, achtet sie darauf, den Kot aufzulesen, und füttert ihm kein rohes Fleisch, da dies eine Infektionsquelle sein kann. Frick appelliert an die Hundehalter: «Ideal wäre es, wenn sie ihre Tiere während der Weidezeit nicht in der Wiese herumlaufen lassen würden. Denn niemand hat seinen Hund jederzeit unter Kontrolle.»

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