Fachhochschule soll in Herisau angesiedelt werden - FDP macht Druck mit einer Interpellation

Die Freisinnigen schlagen vor, in Herisau eine Infrastruktur für die Fachhochschule Ost bereitzustellen. Noch gibt es aber einige Hürden.

Jesko Calderara
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Das Bahnhofareal Herisau soll in den nächsten Jahrzehnten entwickelt werden.

Das Bahnhofareal Herisau soll in den nächsten Jahrzehnten entwickelt werden.

Das Gebiet rund um den Bahnhof Herisau gehört zu den wichtigsten Entwicklungsarealen in Appenzell Ausserrhoden. Was dort in den nächsten Jahrzehnten entstehen könnte, ist offen. Nun macht die FDP-Kantonsratsfraktion einen Vorschlag und hat dazu eine Interpellation eingereicht. Gemäss der Vision der Freisinnigen soll auf dem Bahnhofsgelände eine Infrastruktur für den Bereich Gesundheit oder den Lehrgang Pflege der neuen Fachhochschule Ost (siehe Kasten) entstehen.

Neu ist diese Idee nicht. Seit Jahren gibt es Überlegungen, in Herisau einen Fachhochschulstandort oder Möglichkeiten für Studentisches Wohnen zu realisieren. Daraus geworden ist bis anhin noch nichts. «Es geht nun darum, die Idee auf der richtigen Ebene konkret zu diskutieren», sagt Markus Brönnimann als Urheber der Interpellation. Der Herisauer FDP-Kantonsrat ist Verwaltungsdirektor der Universität Bern.

Zentrale Lage des Bahnhofs als Vorteil

Die Freisinnigen begründen ihren Vorstoss unter anderem mit dem Potenzial, das sich für den Kanton, die Region und die Gemeinde Herisau am Bahnhof ergibt. Daher müsse sich der Regierungsrat überlegen, welche öffentliche Nutzung allenfalls auf diesem Areal platziert werden könnte, heisst es in der Interpellation. Nach Ansicht der FDP-Fraktion wäre es schade, eine solche nicht ernsthaft zu prüfen.

Zumindest aus fachlicher Sicht hält Brönnimann die Chancen, die Fachhochschule nach Herisau zu bringen, für intakt. Letztlich gehe es darum, den Standort St.Gallen zu entlasten, zumal fast alle Hochschulen über Raumnot klagen würden. Das Bahnhofareal Herisau liege nur neun Minuten vom Hauptsitz der neuen Fachhochschule in St.Gallen entfernt, sagt Brönnimann. «Mögliche weitere Standorte innerhalb der Stadt sind weiter entfernt.»

Als Stolperstein zur Realisierung der FDP-Vision könnten sich politische Widerstände erweisen. Zu Herisau als Standort müssten nicht nur die Fachhochschule und die Ausserrhoder Regierung, sondern auch die Kantone St.Gallen und Thurgau Ja sagen. Ob sie dies tun würden, wird sich weisen. Denn im Thurgau gibt es ebenfalls Forderungen nach einem eigenen Fachhochschulstandort. Den Standort St.Gallen in Herisau zu erweitern, hätte für die FDP noch weitere Vorteile. Ausserrhoden werde dadurch als Gesundheitskanton gestärkt und wäre in der Lage, einen Teil des Gesundheitspersonals selber auszubilden, schreibt die Fraktion weiter.

Fachhochschule wäre nur Mieterin

Vorerst liegt der Ball beim Regierungsrat. Er wird die Interpellation der FDP-Fraktion an der nächsten Kantonsratssitzung vom 2. Dezember beantworten.

Schlussendlich wäre es Aufgabe des Kantons, die Infrastruktur für den Bereich Gesundheit oder den Lehrgang Pflege am Bahnhof Herisau zu bauen. Die Fachhochschule würde die Räumlichkeiten – wie an allen anderen Standorten auch – lediglich mieten.