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FDP-Ständerat Andrea Caroni bezeichnet Klimaaktivisten als «fanatische Priester» – die Klimagruppe Trogen wehrt sich

Der Ausserrhoder FDP-Ständerat Andrea Caroni hat kürzlich die landesweiten Klimastreiks mit einer quasi-religiösen Bewegung verglichen. Nun wehrt sich die Klimagruppe der Kantonsschule Trogen in einem offenen Brief gegen diese Vorwürfe. Die Rede ist von einer «komplett zynischen Verdrehung der Perspektive».
Claudio Weder
Die Klimaaktivisten fordern, die Treibhausgasemissionen bis ins Jahr 2030 auf null zu reduzieren.

Die Klimaaktivisten fordern, die Treibhausgasemissionen bis ins Jahr 2030 auf null zu reduzieren.

Unter den Klimaaktivisten gebe es Exponenten, die an fanatische Priester erinnern, die den Weltuntergang verkünden, Erlösung versprechen, abweichende Meinungen geisseln und sich wenig für die realen Bedürfnisse der Menschen interessieren. Dies antwortete der Ausserrhoder FDP-Ständerat Andrea Caroni auf die Frage, inwiefern er in der aktuellen Klimabewegung Anzeichen einer quasi-religiösen Bewegung sehe, wie er es am 9. Februar im «St. Galler Tagblatt» der streikenden Jugend unterstellt hatte. Anlass zu diesem Statement gab die Diskussion um die Revision des CO2-Gesetzes, die im vergangenen Dezember im Nationalrat am knappen Mehr gescheitert ist – wofür letztlich die FDP verantwortlich gemacht wurde.

Wenig erfreut über Caronis Äusserung zeigte sich kürzlich eine Gruppe von jungen Klimaaktivisten der Kantonsschule Trogen. Diese können nicht nachvollziehen, warum sich der Nationalrat im Dezember den Vorschlägen des Bundesrates, den CO2-Ausstoss durch Massnahmen im Inland zu verringern, verweigerte. Ihren Unmut darüber formulierten sie in einem offenen Brief an Ständerat Caroni. Die 30 Unterzeichnenden werfen ihm darin eine «komplett zynische Verdrehung der Perspektive» vor. Das einzige, was an der Debatte an ein quasi-religiöses Dogma erinnere, sei Caronis Behauptung, die Schweiz sei trotz eines ökologischen Fussabdrucks von knapp drei Erden schon «sehr sauber».

Andrea Caroni, Ständerat. (Bild: PD)

Andrea Caroni, Ständerat. (Bild: PD)

Ein globales Problem braucht eine globale Lösung

«In der Schweiz selber sind wir im internationalen Vergleich punkto Umwelt und Klima schon sehr weit», so Caronis Begründung. Die erwähnten drei Erden würden ja unseren aus dem Ausland importierten Verbrauch mit einrechnen. Schon von daher sei es konsequent, auch im Ausland anzusetzen, wo diese Emissionen entstehen. «Ein globales Problem braucht eine globale Lösung.» Ein zu starres Inlandkonzept könnte hingegen klimaschädlich sein.

Die Klimagruppe Trogen sieht das anders: Es bleibe der jungen Generation zu hoffen, dass die Mehrheit von Caronis Ständeratskollegen sich bei der Beratung des CO2-Gesetzes an ihre Verantwortung für unser aller Lebensgrundlage erinnert und auch Inlandsziele festlegt, so der Schlusssatz des Briefes. Denn diese seien zwingend nötig, um eine Grundlage für konkrete Massnahmen zu schaffen.

Grundsätzlich zeigt sich Caroni überrascht, warum sich die Klimabewegung einzig auf die FDP einschiesst: «Die FDP hat dem CO2-Gesetz zugestimmt und bietet Hand für (liberale) Lösungen.» Die SVP hingegen habe rundweg alles abgelehnt. Erstaunlicherweise bleibe sie damit aber vollständig unter dem Radar der Klimabewegung.

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