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FDP sägt am Stuhl der Bühlerer Gemeindepräsidentin

Die FDP Bühler präsentiert mit Gemeinderat Jürg Engler einen eigenen Kandidaten für das Gemeindepräsidium. Jener kritisiert die Kommunikations- und Führungskultur innerhalb des Gemeinderates. Für Gemeindepräsidentin Inge Schmid kommt das überraschend.
Astrid Zysset
In Bühler kommt es zur Kampfwahl: Gemeinderat Jürg Engler will den Sitz der bisherigen Gemeindepräsidentin Inge Schmid. (Bild: PD)

In Bühler kommt es zur Kampfwahl: Gemeinderat Jürg Engler will den Sitz der bisherigen Gemeindepräsidentin Inge Schmid. (Bild: PD)

Überraschung seitens der FDP Bühler: Im Hinblick auf die kommenden Gesamterneuerungswahlen schlägt sie mit Gemeinderat Jürg Engler einen neuen Kandidaten fürs Gemeindepräsidium vor. Dies, obwohl die amtierende Gemeindepräsidentin Inge Schmid nicht von ihrem Amt zurücktreten möchte. Was ist da los?

FDP-Präsident Hans Anton Vogel betont, dass man nur das Beste für Bühler wolle. «Jürg Engler verfügt über Eigenschaften, welche die Gemeinde weiterbringen.» Gemeint seien damit die Fähigkeit zur offenen Kommunikation und sein Weitblick. Die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinderäten solle wieder besser werden, so Vogel. Um diese steht es aktuell nicht besonders gut. Jürg Engler selbst bestätigt das. Er hätte im Gemeinderat sogar angetönt, dass er sich deswegen zurückziehen werde.

Was liegt da genau im Argen? «Ich will den Stil, wie Inge Schmid die Gemeinde führt, nicht kritisieren. Ich bin aber überzeugt, dass unsere Gemeinde für die Zukunft mehr profitieren würde, wenn unterschiedliche Meinungen stärker eingebunden werden», so Engler weiter. Seine Stärke sehe er genau darin; als Vermittler zu agieren. Denn er schaffe es meistens, wenn er sich mit kritischen Meinungen konfrontiert sehe, einen Weg zu finden, der für alle erträglich ist. Und für ein konsensorientiertes Miteinander gebe es im Bühlerer Gemeinderat noch Potenzial, äussert sich Engler unverblümt. «Die Arbeit an sich hat mir immer gefallen, aber die Kommunikations- und Führungskultur nicht. Diese Kultur ist jedoch massgeblich vom Präsidium geprägt. Als Gemeinderat habe ich darauf nur wenig Einfluss. Darum hatte ich mich schliesslich dann entschlossen, mich nicht mehr als Gemeinderat zur Verfügung zu stellen.»

Einen Rücktritt wollte die FDP jedoch verhindern. Schliesslich sei Engler «ein guter Mann», so Vogel. Seine Arbeit und sein Wissen seien wertvoll für die Gemeinde. In Gesprächen versuchte Vogel, Engler von seinem Entschluss abzubringen – vergebens. Die Kandidatur fürs Gemeindepräsidium sei nach einem langen Entscheidungsfindungsprozess schliesslich die naheliegende Konsequenz gewesen. Engler gibt an, dass er erst vor wenigen Tagen den Entscheid definitiv gefällt hatte, zur Wahl anzutreten. Und vergangenen Donnerstagabend war er sich dann der Unterstützung der FDP sicher. «Die Portierung durch die FDP sowie die breite Unterstützung seitens der SP wie auch der IG Konstruktiv zeigen mir, dass meine Ansichten von vielen Bühlerern geteilt werden. Darum kandidiere ich fürs Präsidium.» Die IG Konstruktiv Bühler gibt in einer Medienmitteilung bekannt, dass sie die Kandidatur von Jürg Engler unterstütze. Und die SP Rotbach kündigt an, den Wahlzettel der FDP mit ihrem Logo zu versehen. Die SVP dürfte sich wohl hinter ihr eigenes Mitglied Inge Schmid stellen.

Grosse Enttäuschung bei Inge Schmid

Für jene kam die Meldung, dass sich ein neuer Kandidat für ihr Amt bewirbt, überraschend. «Davon höre ich jetzt das erste Mal!», sagte Inge Schmid am Telefon. Sie hätte nicht das Gefühl gehabt, «alles verkehrt» gemacht zu haben oder nicht ausreichend für die Bevölkerung da gewesen zu sein. «Ich kann nachvollziehen, dass eine Ersatzkandidatur angestrebt wird, wenn irgendeine Kritik im Raum stehen würde. Aber an mich wurde keine herangetragen. Im Gegenteil: Ich wurde immer wieder aufgefordert, nochmals anzutreten.» Wenn Jürg Engler nun ihre Führungs- und Kommunikationskultur kritisiert, hätte sie es vorgezogen, wenn diese Unzufriedenheit innerhalb des Gemeinderatsgremiums angesprochen worden wäre, fügt Schmid an. «Ich kann dazu nur sagen, dass es mir wichtig ist, dass alle Gemeinderatsmitglieder gleich behandelt werden und sich an die gleichen Vorgaben halten bezüglich Kommunikation gegen aussen. Ich halte mich stets an unser Kommunikationskonzept. Die Kommunikation gegen innen soll offen und sachlich sein.» Trotz der herben Enttäuschung zeigt sich Schmid professionell: «Wahlen sind Wahlen. Diesen darf sich jeder stellen. Und dies ist nun geschehen.»

Die Gesamterneuerungswahlen finden am 17. März statt.

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