Favoritin im Vorfeld besiegen

TISCHTENNIS. Der Tischtennisclub Wil organisiert aus Anlass seines 50jährigen Jubiläums die Schweizer Meisterschaft im Tischtennis. Die Bütschwilerin Rahel Aschwanden wird im Einzel nach Lospech als Nummer acht gesetzt.

Urs Huwyler
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Rahel Aschwanden hat sich vom Nachwuchstalent zur Topspielerin im Tischtennis hochgearbeitet. (Bild: Urs Huwyler)

Rahel Aschwanden hat sich vom Nachwuchstalent zur Topspielerin im Tischtennis hochgearbeitet. (Bild: Urs Huwyler)

Tischtennis. Vieles spricht dafür, dass Tischtennisspielerin Rahel Aschwanden am 5. und 6. März an den nationalen Titelkämpfen in der Lindenhof-Sporthalle Wil seltsamerweise bereits im Viertelfinal auf Nationalteam-Kollegin Monika Führer (Neuhausen) trifft. Die für den TTC Wil smashende Toggenburgerin erklärt: «Die Positionen eins bis vier werden aufgrund des Rankings gesetzt, jene von fünf bis acht ausgelost. Ich gehörte zur zweiten Gruppe und hatte Pech als Nummer acht gezogen zu werden. Damit treffe im dritten Spiel auf die topgesetzte Athletin.» 2010 schaltete Aschwandens Freundin Rachel Moret die Favoritin Führer aus.

Im Doppel steigen die Vizemeister Aschwanden/Moret als Nummer zwei in den Wettkampf, in der Mixed-Konkurrenz gilt die Kantonsschülerin mit dem in Deutschland spielenden Denis Joset als Favoritin. «Ich freue mich auf die Meisterschaft. Auch einige Toggenburger haben gesagt, sie möchten mich bei Gelegenheit spielen sehen. Deshalb dürften diesmal mehr als zehn Leute zuschauen. Für mich wird dies eine neue Situation sein», ist sich die 21jährige Ballvirtuosin der Zusatzbelastung bewusst.

Wädenswil und Wil

Während der letzten Monate gab es im Sportlerleben der Internationalen Veränderungen. Neu bestreitet sie die NLA-Meisterschaft bei Wädenswil. Derzeit liegen die Zürcherinnen hinter Neuhausen auf Platz zwei. Von einzelnen Klubs erhielt Rahel Aschwanden finanziell lukrativere Angebote, doch sie entschied sich für die sportliche Variante. «Mir war wichtig, mit Rachel zusammen spielen zu können. Bei Wädenswil haben wir diese Möglichkeit», sagt Rahel Aschwanden.

Die Wettkampfhärte holt sich die Nummer 484 der Welt zudem beim Stammverein Wil in der von Männern dominierten NLB. «Dass es im Tischtennis diese Möglichkeit gibt, finde ich genial», erhalten die Funktionäre ein Lob der EM- und WM-Teilnehmerin. Auch persönlich hat sich Rahel Aschwanden weiterentwickelt.

«Ich bin selbstbewusster geworden, habe inzwischen intern auch einen etwas anderen Stellenwert. Früher stand ich meist dabei und schaute, was abging. Heute rede ich mit», kommentiert sie die Veränderung vom Teenager zur Erwachsenen mit einem Lächeln.

Enorme Leistungsdichte

National dominieren die Kader-Athletinnen Aschwanden, Führer, Moret und Laura Schärrer die Szene. International steht das Quartett in der zweiten Reihe.

«Die Leistungsdichte ist extrem gross. Und doch sind die Unterschiede in der Weltrangliste von den 400er-Positionen zu den Top 300 enorm. Bis Platz 150 ist es ein weiterer Leistungssprung. Trotz der individuellen Fortschritte geht es international in kleinen Schritten vorwärts», erklärt die Sportlerin.

An der Schweizer Meisterschaft spielt dies keine Rolle. Vor eigenem Publikum zählt in jeder Runde nur der Sieg. Die Qualifikation für den Viertelfinal ist im Einzel das Minimalziel. In den andern Disziplinen sollte es für Rahel Aschwanden eine Medaille sein.

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