Faustballer Luca Schmid: Zwischen Kür und Abstiegskampf

Der Vorderländer nimmt mit der Schweizer Auswahl an der U21-EM teil. Gleichzeitig muss er mit Walzenhausen um den NLA-Verbleib zittern.

Philipp Wolf
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Luca Schmid will das Gefühl geniessen, in der Nati zu spielen. (Bild: Philipp Wolf)

Luca Schmid will das Gefühl geniessen, in der Nati zu spielen. (Bild: Philipp Wolf)

Luca Schmid befindet sich derzeit in einer für ihn neuen Welt. Der 21-jährige Faustballer aus Speicherschwendi bestreitet morgen und am Samstag mit der Nationalmannschaft die U21-EM im tschechischen Lázně Bohdaneč, für Schmid das erste internationale Turnier. Gleichzeitig befindet sich der gelernte Automobilmechatroniker mit seinem Verein, dem STV Walzenhausen, in der NLA mitten im Abstiegskampf.

Zurzeit liegen die Vorderländer auf dem zweitletzten Platz. Ist das auch Ende Saison noch so, müssen sie in die Barrage; rutscht das Team auf den letzten Platz, steigen sie direkt in die NLB ab. Schmid ist guten Mutes, dass Walzenhausen erstklassig bleiben wird. Man habe schon Anfang Saison gewusst, dass es eine schwierige Spielzeit werde, sagt er. Mit Cyrill «Fausto» Schreiber fehlt Walzenhausen seit dieser Saison einer der erfolgreichsten Faustballer überhaupt. Nun liegt das Durchschnittsalter des Teams bei rund 22 Jahren.

Grosser zeitlicher Aufwand

Zum Faustball kam Schmid mit 16 Jahren durch seinen Vater. Die ersten Bälle faustete er in Speicher, nach erfolgreicher Autoprüfung wechselte er mit 18 zu Walzenhausen. Auf der Franzenweid zu trainieren und zu spielen, bedeutet für Schmid einen grossen zeitlichen Aufwand. Viermal in der Woche nimmt er eine gute Stunde Autofahren auf sich, um dreimal während 90 Minuten zu trainieren und dann an den Wochenenden zu spielen. Die Weiterbildung zum Automobildiagnostiker, die Schmid derzeit absolviert, setzt seiner Freizeit weitere enge Grenzen.

Und nun kommt noch die Nationalmannschaft hinzu. An der Nachwuchs-EM peilen die Schweizer einen Podestplatz an. Meistens seien die Deutschen und Österreicher noch ein Stück besser, so Schmid. Unabhängig vom Resultat will er die Tage in Tschechien und vor allem das Gefühl geniessen, in der Nati zu spielen. Überhaupt ist er erst seit diesem Jahr in der Nachwuchsauswahl. «Die Konkurrenz für die U21 war nicht so gross», sagt Schmid. In der ersten Jahreshälfte wurde er zu einem Sichtungsturnier eingeladen und durfte mit einem Dutzend anderen talentierten Faustballern bald darauf während dreier Tage in Magglingen trainieren. Für die Zukunft zeigt sich Schmid bereits optimistisch. Einmal für die A-Nati zu spielen, «liegt sicher drin», sagt er und stellt aber auch klar:

«Ich würde für die A-Nati nicht den Verein wechseln.»

Schmid fühlt sich wohl bei Walzenhausen. Man sei ein gutes Team und ziehe am gleichen Strang, betont er. So überrascht es nicht, dass seine Teamkollegen Schmid in Tschechien unterstützen. Sie spielten einst selbst in der U21 und reisen nun als Fans an. Eine erfolgreiche Kampagne Schmids würde wohl allen zusätzlich Schub geben für das, was nach der Kür wieder ansteht: der Abstiegskampf.