Wegen des Lockdowns: Sportzentrum Herisau generiert während fast drei Monaten keine Einnahmen

Das Sportzentrum Herisau ist seit dem Lockdown geschlossen. Wie hoch die finanziellen Einbussen sein werden, ist noch unklar.

Astrid Zysset
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Im Sportzentrum Herisau wurde die Revision vorgezogen.

Im Sportzentrum Herisau wurde die Revision vorgezogen.

Bild: APZ

Seit der Verfügung des Lockdowns am 14.März dürfen die Sportstätten nicht mehr besucht werden und, wie Fredy Bechtiger, Geschäftsführer des Sportzentrums Herisau, ausführt, bleiben seit jenem Tag auch dementsprechend die Einnahmen vollständig aus. «Von 100 auf Null innert eines Tages – das war hart.» Und bis zur voraussichtlichen Wiedereröffnung am 8.Juni dürften die finanziellen Einbussen noch weiter anwachsen. Wie hoch sie bis dann sein werden, dazu möchte Bechtiger keine Schätzung wagen. Denn auf der Ausgabenseite wurden auch Anpassungen vorgenommen: Die Eisbahn wurde gleich nach der Schliessung enteist, um Stromkosten zu sparen, und auch die Wassertemperatur für das Schwimmbad wurde gesenkt. «Wie hoch das Minus unter dem Strich sein wird, kann ich nicht sagen», so Bechtiger.

Im Sportzentrum versucht man, das Beste aus der Situation zu machen. Die Revision wurde vorgezogen, sodass im weiteren Verlauf des Jahres der Betrieb nicht mehr geschlossen werden muss. Auch schon längere Zeit anfallende Arbeiten wie das Aufräumen des Archivs, Adressbereinigungen und eine Entrümpelung der Räume werden von den 15 Mitarbeitenden derzeit vorgenommen. Interne Weiterbildungen finden ebenfalls statt. Und Aktionen für Wiedereinsteiger oder Willkommensrabatte für Neukunden werden ausgearbeitet. Wie diese genau aussehen werden, weiss Bechtiger im Moment noch nicht. Ohnehin ist für den Geschäftsführer vieles ungewiss. So kann er noch nicht sagen, ob am 11.Mai, wenn die Schulen wieder öffnen, die Turnhallen genutzt werden. Und wie sich die Kunden verhalten, wenn der Lockdown gelockert wird: Sind sie ausgehungert nach Bewegung? Oder überwiegt die Angst vor einer Ansteckung? Ein Indiz, dass sich die Bevölkerung darauf freut, wieder Sport machen zu können, sind die Gratis-Online-Fitnesskurse, welche das Sportzentrum anbietet. Gemäss Bechtiger werden diese nämlich rege genutzt.

Bechtiger hofft, dass die Coronapandemie dazu führt, dass die Kundinnen und Kunden die Sommermonate zu Hause verbringen und die Sportanlagen vermehrt aufsuchen werden. So könnten die aktuellen Einbussen verringert werden. Aber es sei nicht nur das: Von den leeren Gängen im Sportzentrum hat der Geschäftsführer schlichtweg langsam genug. «Ich freue mich auf den Tag, wenn sich hier alles wieder mit Leben füllt», sagt er. Ein Schritt in diese Richtung findet am Montag statt. Ab diesem Tag dürfen wieder medizinische Massagen angeboten werden.