Farbanschlag auf die Punkte

Das neugestaltete Zentrum in Gossau gefällt nicht allen. Am Wochenende haben Vandalen den Ochsenkreisel mit Farbe verunstaltet. Eine politische Aktion war es aber eher nicht.

Rafael Rohner
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GOSSAU. Am Samstag gegen 3 Uhr morgens war der Ochsenkreisel plötzlich bunt. Nicht bunt, so wie üblich, sondern bunter. Vandalen hatten über den pastellfarbenen Punkten Farbe ausgeschüttet. Gelb, Rot und Weiss vermischten sich zu Orange.

Um 4.01 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Zu viert und mit einem Tanklöschfahrzeug fuhren die Männer vor. Dank Wasser unter Hochdruck konnten sie die Farbe wieder abwaschen, noch bevor diese eingetrocknet war. Schon am Samstagvormittag war deshalb von der Aktion kaum mehr etwas zu sehen.

Kein Bubenstreich

Ein schaler Nachgeschmack bleibt dennoch. Denn das neugestaltete Zentrum polarisiert. Obschon die Bauarbeiten schon seit zwei Jahren abgeschlossen sind, stören sich einige noch immer an den Pollern, anderen gefallen die Punkte nicht.

Stadtrat Stefan Lenherr geht nicht von einer politisch motivierten Aktion aus. «Ich vermute eher einen willkürlichen Akt ohne Motivation.» Um einen Bubenstreich handle es sich aber nicht. «Dafür ist die Aktion zu gravierend.» Lenherr kann sich vorstellen, dass die Täter ans Werk gegangen sind, ohne sich über die Folgen im Klaren zu sein. Die Aktion ärgert ihn: «Das ist unter aller Kritik.»

Auch Strassenkreisinspektor Norbert Senn glaubt nicht, dass der Vandalenakt gegen die Gestaltung gerichtet war. Diese funktioniere reibungslos, es gebe diesbezüglich keine Reklamationen. «Das war schlicht und einfach eine dumme Aktion.»

Polemik ist abgeflacht

Die Kantonspolizei ermittelt derweil in alle Richtungen. Bislang seien keine Hinweise eingegangen, sagt Mediensprecher Gian Andrea Rezzoli. Auch er geht nicht in erster Linie von einer politisch motivierten Tat aus. «Die Polemik um das neugestaltete Zentrum ist in der Vergangenheit abgeflacht.» Dennoch hält Rezzoli fest, dass Farbanschläge häufig politische Hintergründe aufweisen. Das habe man etwa bei Banken oder auch Unternehmen beobachten können. Um den Sachverhalt klären zu können, bittet die Polizei um weitere sachdienliche Hinweise an die Polizeistation Gossau unter Telefon 058 229 77 88.

Für die Feuerwehr sei der Einsatz am Wochenende ein Standardaufgebot gewesen, sagt Stefan Kramer, Geschäftsführer des Sicherheitsverbundes Region Gossau. «Wir fahren über 200 Einsätze im Jahr, darunter hin und wieder auch kuriose.»

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