Familienforschung als Hobby

Josef Bischof kennt viele eingesessene Familien des obersten Toggenburgs und hat im letzten Jahrzehnt eine grosse Sammlung an Daten, Wappen und Fotos zusammengetragen.

Beatrice Bollhalder
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Alt St. Johann/Gommiswald. Familienforscher Josef Bischofs Wurzeln ragen ins Toggenburg. Der aufgestellte 75jährige Herr hat über eine Reihe von Familien des oberen Thurtals Informationen aus Pfarrbüchern und Archiven gesammelt. Das «Bischof-Treffen», das vor sechs Jahren in Stein stattfand, ist seiner Initiative zu verdanken. Zudem wurde damals ein bebildertes Buch von Josef Bischof präsentiert, das die verschiedenen «Bischof-Familien» 500 Jahre weit zurückverfolgt.

Steiner Wurzeln

Der Familienforscher Josef Bischof-Sutter wurde 1936 im «Gugger» in Stein geboren. Sein Beruf führte ihn nach der Verwaltungslehre, die er in Stein absolvierte, als Grundbuchverwalter ennet den Ricken nach Gommiswald. Von 1965 bis 2001 stand Josef Bischof der Gemeinde als Gemeindammann vor. In seinem Haus richtete er sich ein Büro ein, in dem er seit seiner Pensionierung eifrig Familienforschung betreibt.

Das umfangreiche Werk, das in den letzten zehn Jahren entstanden ist, wird vom 15. bis 25. September im Gasthaus Schäfli Alt St. Johann der Allgemeinheit vorgestellt. Jeweils an den Nachmittagen wird Josef Bischof anwesend sein und die Ausstellungsobjekte und seine aufwendige Arbeit als Familienforscher erläutern. Die zusammengetragenen Daten stammen hauptsächlich aus den katholischen Kirchenbüchern der Pfarreien Wildhaus, Alt St. Johann und Stein. Die Taufbücher wurden seit 1603 geführt, die Ehe- und Bestattungsbücher seit 1670. Hieraus wurden die Ahnen- und Vorfahrenlisten entwickelt, heute als Stammbäume und Stammtafeln bezeichnet.

Datenschutz macht's schwierig

Die erfolgreiche Erforschung seiner eigenen Vorfahren, die im Buch «500 Jahre Bischof vom Toggenburg» gipfelte, ermunterte ihn, auch andere Familien genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Personendaten wurden von Josef Bischof mit der PC-Software «Ahnenforscher 2000» in eine Datenbank aufgenommen. Die Daten der heutigen Generation sind aus Datenschutzgründen in der Regel nicht von den Zivilstandsämtern erhältlich, sondern können nur noch von an der Forschung interessierten Familien selbst in Erfahrung gebracht werden.

Interessantes aus alter Zeit

An der Erfassung und Aufarbeitung der Ahnendatei der Obertoggenburger Geschlechter haben auch Kurt Aerne aus Bubikon und Kilian Schätti aus Pfäffikon ihren wertvollen Anteil geleistet. Gute Dienste für einzelne Fälle brachten auch die Genealogiewerke der ehemaligen Toggenburger Familienforscher Emil Looser, Jakob Wickli, Andreas Huser und Bruno Nussbaumer. Josef Koller-Odermatt («Schäflisepp»), der selber auch Familienforschung betreibt, wird die Ausstellung aus seiner privaten Sammlung mit alten Bildern, Stichen und Landkarten aus dem Obertoggenburg ergänzen. Albert Zellweger aus Wattwil hat für diese Ausstellung passende Muster-Einrahmungen zu Stammtafeln und Wappenbildern zur Verfügung gestellt. Ausstellungsbesucher werden eingeladen, Vorhandenes über ihre eigenen Toggenburger Vorfahren mitzubringen.

Eröffnung Ausstellung «Familienforschung Obertoggenburg» von Josef Bischof-Sutter, Donnerstag, 15. September, 17 Uhr. Die Ausstellung im «Schäfli» Alt St. Johann ist während den Restaurantöffnungszeiten frei zugänglich.

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