Familie Meile macht Theater

Die 38jährige Geschichte der Theatergruppe Bazenheid (TGB) ist eng mit dem Namen Meile verknüpft. Während eines Vierteljahrhunderts führte Vater Albert Regie. Vor 13 Jahren übernahm Tochter Manuela Winteler-Meile dessen Nachfolge.

Beat Lanzendorfer
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BAZENHEID. Nun führt sie beim Stück «Riise Stress im Tell-Express», das am 7. November Premiere feiert, zum siebtenmal Regie. Mit Vater und Tochter ist es aber längst nicht getan. Zur Theaterfamilie gehören auch Margrit Meile, Ehefrau von Albert, und die zwei weiteren Töchter Monika Sutter-Meile und Astrid Glesti-Meile. Den Faden spinnt dann Regisseurin Manuela weiter – ihr Ehemann Thomas trägt bei den Theateraufführungen für den Ton und die Effekte die Verantwortung. Den Reigen schliessen deren Söhne Danilo (9) und Marino (6) ab, die vom Theatervirus ebenfalls bereits befallen sind.

Albert und Margrit gehörten im Jahre 1977 auch zu den Gründern der Theatergruppe. Hiess der erste Präsident Karl Wirth, wird der Verein heute von Markus Frick geführt.

Erstmals im Zug

Es gehört zu den schönen Traditionen im Dorf, dass immer in den ungeraden Jahren im November ein Stück der TGB im Eichbüel zur Aufführung gelangt.

Dazu Manuela Winteler: «In diesem Jahr steigen wir erstmals in den Zug. Die Stückwahlkommission hat sich in Absprache mit mir zum zweitenmal nach der <spukenden Erbschaft> vor zwei Jahren wiederum für eine Komödie entschieden. Ich bin mir sicher, den Besuchern wird unsere Auswahl gefallen.»

Fünf Neulinge

Die Reise im Tell-Express von St. Moritz nach Genf verläuft voller Stress, ist turbulent und fordert den Bahnfahrenden einiges an Nerven ab – Spannung ist garantiert. 15 Protagonisten stehen im «Riise Stress im Tell-Express» auf der Bühne. Deren fünf geben ihr Début bei der Bazenheider Theatergruppe. Fabiana Benedetti spielt Oma Liselotte, Anna Kessler ist als Professorin und für die Spurensicherung zuständig, Radfahrer Mätti Frick ist die Strecke nach Genf auf zwei Rädern zu weit, er besteigt daher lieber den Zug, und «last but not least» liegt es an den zwei Polizisten Lucas Trachte und Vera Kalman, die kriminellen Machenschaften aufzuklären.

Regie und Bühnenbild

Die Frage, warum die jüngste Tochter der Meiles die Regie vom Vater übernahm, beantwortet Manuela mit einem Schmunzeln: «Ich war schon in ganz jungen Jahren immer mit meinem Vater unterwegs und schaute ihm über die Schultern. Das mit der Regie hat sich dann so ergeben, der Übergang verlief also quasi fliessend.» Gerne erinnert sie sich auch an die Zeit zurück, als sie mit dem verstorbenen Dorforiginal Ruedi Bucher für das Bühnenbild zuständig war. Beim noch immer nicht abgeklungenen Theatervirus wäre es denkbar, dass Manuela Winteler, wie ihr Vater dereinst, das 25-Jahr-Jubiläum als Regisseurin feiern darf.

«Mal schauen, was die Zukunft bringt – wenigstens wären dann meine Söhne bald in einem Alter, wo ich einem der beiden mein Amt anvertrauen könnte», meint sie abschliessend.