Familie Abderhalden ausgezeichnet

Damals

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Vor 100 Jahren

17. März: Wattwil: Notizen betreffend Verordnungen. Die durch den Weltkrieg verursachte aussergewöhnliche Zeit erfordert von den Oberbehörden besondere Massnahmen und Verordnungen, welche jeweilen im Amtsblatt öffentlich bekannt gegeben werden. Es ist deshalb notwendig, dass die Einwohnerschaft und vor allem die Geschäftswelt, das kantonale Amtsblatt, welches sowohl auf der Gemeindekanzlei, wie auch in den Wirtschaften aufliegt, genau studiert. Förderung und Mehrung der Nahrungsmittelproduktion. In Anwendung der den Gemeindebehörden mit Regierungsratsbeschluss zugewiesenen Befugnissen werden sämtliche Besitzer von Grund und Boden in herwärtiger Gemeinde verpflichtet, selbst Feldfrüchte anzupflanzen oder den Boden zur Anpflanzung für andere gratis abzutreten. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften oder weitere Bestimmungen des Volkswirtschaftsdepartementes in St. Gallen, sowie gegen die Verfügung des Gemeinderates oder von Verwaltungsräten unterliegen strenger Bestrafung.

17. März. Wattwil. Einem Unfall mit tödlichen Ausgang fiel ein 58jähriger Zwirnereibesitzer von Rotenbach zum Opfer. Er wurde in seinem Betriebe auf unaufgeklärte Weise von der Transmission erfasst, wodurch dem Unglücklichen ein Bein ausgerissen wurde. In das hiesige Krankenhaus verbracht, erlöste ihn der Tod von seinen furchtbaren Schmerzen. Das Unglück ist um so tragischer, als der Zwirnereibesitzer im letzten Jahr seine Gattin durch Blutvergiftung (infolge eines Insektenstiches) verlor.

Vor 50 Jahren

17. März: Toggenburg. Stimmen aus dem Publikum: Der goldene Boden des Handwerks. Gibt es den goldenen Boden heute noch? Nein, ist man schnell geneigt zu erwidern, die technischen Errungenschaften haben ihn dem Handwerker unter den Füssen weggezogen. Diese Behauptung stimmt aber bei näherem Zusehen doch nicht ganz, denn ohne Handwerker wären wir in mancher Hinsicht schlimm dran. Also: wir sind auf die Handwerker angewiesen, vom Chirurgen bis zum Kehrichtfuhrmann, und sogar dort, wo Motoren und Automaten zur Verfügung stehen, kommt es immer wieder vor, dass diese versagen; wiederum braucht es die geschickte Hand des Fachmannes, welche die Maschine reparieren, deren Funktionieren von neuem sichern muss. Welches ist nun der Zweck dieser Ausführungen, was liegt mir besonders am Herzen? Dass wir jedem Handwerker, der seinen Beruf gewissenhaft obliegt, mit der gebührenden Achtung begegnen.

Vor 20 Jahren

17. März: Alt St. Johann. Innovation macht sich bezahlt und wurde belohnt: An der Fachmesse für Produktion und Absatz von landwirtschaftlichen Spezialitäten (Agrex) in St. Gallen erhielt die Familie Anni und Ernst Abderhalden, Starkenbach, Alt St. Johann, für ihren Betrieb mit dem Slogan «Fröhlich-Flexibel-Frech» einen Innovationspreis in der Höhe von 500 Franken. 1989 haben Anni und Ernst Abderhalden von Ernsts Eltern den Bauernhof übernommen. Gleich damals haben sie die Jungviehsömmerung und die Hühnerhaltung nach Bio-KAG (höchstes Label) eingeführt, seit sechs Jahren liefern sie der Morga AG in Ebnat-Kappel Goldmelissen-Tee, und ihre Bio-Milchwirtschaft steht im zweiten Umstellungsjahr. Da die Abderhaldens ihren Betrieb auch für Besichtigungen öffentlich zugänglich machen (auch Buura-zmorga), ist für Anni Abderhalden auch landwirtschaftliche PR-Arbeit klar: «Wir wollen etwas Neues machen, weg vom reinen Viehzuchtbetrieb, flexibel sein und in Nischenprodukten weitere Standbeine aufbauen», betont sie. Dieser Preis sei eine Anerkennung für die bisherige Arbeit, «er ist aber auch Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

19. März: Mosnang. Der Bundesrat hat den Mosnanger Ortsbürger Divisionär Hans-Ulrich Scherrer zum Generalstabchef der Armee ernannt. Der neue Korpskommandant wird künftig der EMD-Geschäftsleitung angehören. Er gilt als ruhiger und sachlicher Truppenchef, der seinen Untergebenen viel Eigenverantwortung überlässt. Der korrekte Umgang mit Menschen liegt dem Sohn eines Lichtensteiger Landarztes stark am Herzen.

Vor 10 Jahren

17. März: Wildhaus. Die Bergbahnbetreiber und Liftbesitzer haben zur Pressekonferenz geladen und sich in seltener Eintracht vom Projekt Naturpark Toggenburg-Werdenberg distanziert. Die Diskussion müsse und soll aber stattfinden, darin sind sich die Bahnbetreiber einig. Nur so könne der Bevölkerung erklärt werden, was es heisse, wenn man im Toggenburg auf sanften Tourismus setze. Das sei das Ende der Toggenburger Bergbahnen und der Verlust vieler Arbeitsplätze. Der Toggenburger Tourismus sei im Sommer und im Winter auf Massen ausgerichtet. Mit sanftem Tourismus seien die Bahnen nicht mehr refinanzierbar. Die Bergbahnbetreiber erwarten, dass an den Bürgerversammlungen über den Budgetposten Naturpark separat abgestimmt werden kann. In den Obertoggenburger Gemeinden werden diese Anträge mit Sicherheit gestellt.

21. März: Toggenburg. Rund dreissig Zentimeter Neuschnee hat’s im Toggenburg gegeben – mit einer solchen Menge hat wohl kaum einer gerechnet. Vom heftigen Schneefall am meisten überrascht waren wohl die Verkehrsteilnehmer.