Fallhöhen im Lohngefüge

Brosmete

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Wenn man Sachverhalte in Relation zueinander setzt, gewinnen sie an Anschaulichkeit. Ich möchte das am Beispiel von Neymar da Silva Santos Júnior und von Martin Hüsler belegen. Neymar spielt bei Paris Saint-Germain Fussball, Hüsler schreibt für die Appenzeller Zeitung Brosmeten. Beide werden dafür entschädigt. Nun wurde vor Kurzem öffentlich, dass Neymar für seine Tätigkeit monatlich drei Millionen Euro an Salär bezieht. Als ich das zur Kenntnis nahm, hat mich der Hafer gestochen. Wie ist das denn, wenn ich die mit brosmen erschriebenen Honorare auf ihre Verhältnismässigkeit mit Neymars Lohn unter die Lupe nehme? Umgerechnet auf den Tag – bei angenommenen 30 Tagen – streicht der brasilianische Fussballer 100 000 Euro ein. Wenn wir seinen Arbeitstag mit, sagen wir, sieben Stunden veranschlagen, ergibt das einen Stundenlohn von rund 14 300 Euro. Bei mir ist das weniger. Nun muss man aber auch wissen, dass sich die Zeit, die ich für das Entstehen einer Brosmete aufwende, nicht genau beziffern lässt. Mal flutscht sie mir förmlich aus den Fingern, mal gehe ich tagelang mit einer Idee schwanger, bis sie endlich geboren werden kann. Insofern ist jeder Vergleich mit Neymars monetären Gegebenheiten nicht zwingend schlüssig und bewegt sich im Bereich des Approximativen. Gleichwohl habe ich aber zu errechnen versucht, wie lange es ungefähr dauert, bis ich mittels Verfassen von Brosmeten mit Neymars Monatslohn gleichgezogen habe. Wenn ich im selben Rhythmus und bei konstantem Honorar weiterschreibe, wird das so um das Jahr 3520 der Fall sein – bei ausgeglichener Teuerung vielleicht etwas früher. So oder so steht aber zu erwarten, dass es meine dereinstige körperliche Konstitution kaum zulassen wird, noch schreibenderweise tätig zu sein.

Martin Hüsler