Kommentar

Fässlers Ständeratskandidatur: Schöner als der Zufall

Tagelang hat er überlegt, jetzt gibt der Innerrhoder Nationalrat Daniel Fässler seine Kandidatur für die kleine Kammer bekannt. All die Veränderungen riechen nach einer sauberen Orchestrierung.

Roger Fuchs
Drucken
Teilen
Roger Fuchs, Redaktionsleiter Appenzeller Zeitung. (Bild: pd)

Roger Fuchs, Redaktionsleiter Appenzeller Zeitung. (Bild: pd)

Das sieht nach einem abgekarteten Spiel aus: Erst gibt Daniel Fässler seinen Rücktritt als Landammann bekannt, dann kündigt Ständerat Ivo Bischofberger seine Demission an und schliesslich bekundet Fässler – nach Verstreichen einer Anstandsfrist notabene - wiederum sein Interesse an diesem Sitz. Und dies im Wissen darum, längst von allen Seiten als Favorit für Bischofbergers Nachfolge gehandelt zu werden. Man muss es der Innerrhoder CVP attestieren: Das ist eine saubere Orchestrierung.

Daniel Fässler gilt in Innerrhoden als die starke Politfigur der Gegenwart. Viele Politbeobachter halten eine Gegenkandidatur für chancenlos. Der 58-Jährige gilt als politischer Überlebenskünstler. Als Landammann hat Fässler stets sämtliche Stürme und Entrüstungen überstanden.

Spannender dürfte bei einer Wahl von Fässler in den Ständerat die Nationalratswahl im Herbst werden. Während sich die einen in Zurückhaltung üben, kündigt die Innerrhoder SP bereits heute ihre Kandidatur an. Anzunehmen ist, dass SP-Präsident Martin Pfister einen neuen Anlauf für einen Sitz in Bern nehmen dürfte. Er sieht sich seit Jahren als die politische Alternative im Kanton. Allein: Die Chancen für einen SP-Kandidaten im CVP-Land sind kaum viel grösser als 2011 und 2015.