Fässler rettet Appenzeller Ehre

Am gestrigen Schwägalp-Schwinget dominieren die Berner fast nach Belieben. Fässler erkämpft sich den sechsten Rang und einen Kranz. Dem Gaiser Eidgenossen Raphael Zwyssig fehlte am Schluss ein Viertelpunkt.

Thomas Mock
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Andreas Fässler (rechts gegen Simon Röthlisberger) reüssierte auf der Schwägalp als einziger Appenzeller. (Bild: Lorenz Reifler)

Andreas Fässler (rechts gegen Simon Röthlisberger) reüssierte auf der Schwägalp als einziger Appenzeller. (Bild: Lorenz Reifler)

SCHWÄGALP. Gestern fand das letzte der sechs Bergkranzfeste auf der Schwägalp statt. Vor 11 500 Zuschauern besiegte der Toggenburger Eidgenosse Daniel Bösch den Seeländer Florian Gnägi nach rund sechs Minuten mit Kreuzgriff und Lätz ableeren. Der Innerrhoder Andreas Fässler durfte sich als einziger Appenzeller ebenfalls vor die Ehrendamen knien.

Fässler bis zur letzten Minute

Andreas Fässler legte den Grundstein zu seinem Erfolg bereits im zweiten Gang. Im Duell gegen den Berner Eidgenossen Niklaus Zenger konnte sich Fässler bereits nach kurzer Gangdauer über den Sieg freuen. Die weiteren Berner um Simon Anderegg und Matthias Glarner erwiesen sich in der Folge aber als zu stark. Im alles entscheidenden Gang suchte Fässler gegen den Berner Gast Simon Röthlisberger von Beginn weg die Entscheidung. Der Gegner wusste sich aber über weite Strecken geschickt zu verteidigen. Kurz vor Ablauf der Zeit gelang es Fässler jedoch, mittels Kopfgriff die Entscheidung herbeizurufen – der erfreuliche sechste Schlussrang und der Kranzgewinn waren Tatsache. Für Fässler ist es nach 2013 der zweite Kranzerfolg auf der Schwägalp, der sechste in dieser Saison und der vierzigste insgesamt. Ebenfalls eine starke Leistung zeigte der 17jährige für den Kanton Thurgau schwingende Appenzeller Samuel Giger. Mit seinem Sieg im Anschwingen über den Eidgenossen Matthias Siegenthaler ebnete er sich bereits früh den Weg zu seinem zweiten Bergkranz. Im Kampf um den Kranz fackelte er gegen Patrick Schenk nicht lange und der Kranz sowie der vierte Schlussrang waren Realität.

Zwyssig scheitert knapp

Der berüchtigte Viertelpunkt fehlte dem Gaiser Eidgenossen Raphael Zwyssig. Zur Mittagszeit lag er noch als bester Appenzeller auf dem dritten Zwischenrang. Leider musste er sich nach dem Mittag Florian Gnägi beugen, ehe er im fünften Gang auch gegen den Emmentaler Christian Gerber nicht über einen Gestellten hinaus kam. Trotz der abschliessenden Maximalnote reichte es Zwyssig nicht mehr in die Kranzränge. Martin Roth hatte im Gegensatz zu Zwyssig im sechsten Gang noch die Möglichkeit, sich seinen ersten Bergkranz zu erkämpfen. Der Bündner und diesjährige Zürcher Kantonalfestsieger Armon Orlik erwies sich aber als zu stark für den Herisauer. Für den Innerrhoder Martin Hersche verlief insbesondere der Nachmittag äusserst unglücklich. Zur Mittagszeit noch auf dem vierten Zwischenrang klassiert, musste er nachher dreimal als Verlierer vom Platz. Verletzungsbedingt aufgeben musste nebst Schwingerkönig Arnold Forrer auch der Altstätter Marcel Kuster. Er startete zwar verheissungsvoll, musste den Wettkampf wegen seiner bereits länger andauernden Rückenverletzung dann aber abbrechen.

Berner Dominanz

Trotz der verletzungsbedingten Absage von Schwingerkönig Kilian Wenger dominierten die Berner den Schwägalp-Schwinget beinahe nach Belieben. Elf der 15 abgegebenen Kränze gingen in den Kanton Bern. Der Berner Oberländer Matthias Glarner konnte sich zusammen mit Bösch gar als Co-Festsieger feiern lassen. Topfavorit Christian Stucki fiel nach zwei gestellten Gängen aber bereits früh aus der Entscheidung um den Tagessieg.

Auszug aus der Schlussrangliste: 1a. Bösch Daniel; 1b. Glarner Matthias; 2. Siegenthaler Matthias; 3. Stucki Christian; 4b. Giger Samuel; 6b. Fässler Andreas