«Factory Teufen» ab Sonntag im Zeughaus

TEUFEN. New York und Teufen, zwei Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Eine Weltmetropole, ein Mekka für Künstler, und ein kleines Dorf im grünen Appenzellerland.

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TEUFEN. New York und Teufen, zwei Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Eine Weltmetropole, ein Mekka für Künstler, und ein kleines Dorf im grünen Appenzellerland. Manchmal – für einen kurzen Moment – können sich aber die Fortschrittlichkeit, die Schaffenskraft angleichen, ja sogar gleich auf sein. So ein Moment war 1964. Das ist die Hypothese der Ausstellung, die morgen Sonntag mit der Vernissage eröffnet wird.

Schmelztiegel am Goldibach

Dreh- und Angelpunkt ist laut einer Mitteilung das Haus am Goldibach in Teufen. Die ehemalige Textilfärberei wurde 1963 vom Grafiker Kurt Büchel, seiner Frau Ada und deren gemeinsamen Tochter Nara bezogen. 1964 gewann der Grafiker einen Wettbewerb für die Gestaltung der Abteilung «Gesteigerte Produktivität» im Sektor «Feld und Wald» an der Expo 64. Das Haus des Grafikers wurde zum Schmelztiegel der Kreativwirtschaft und zog Leute von weit her aufs Land. Es wirkten Persönlichkeiten mit wie Hans Schweizer, Jost Blöchlinger, Jules Kaeser und Amelia Magro. Wunderbare Filme und Bilder vermögen während der Ausstellung einen Eindruck zu vermitteln vom damaligen Werken der Künstler im Haus am Goldibach. Sie transportieren Kreativität und unermüdliche Schaffenskraft. Zeitgleich gründete Andy Warhol in New York seine «Factory», wo auch er mit seinen Freunden werkte und wirkte. «Factory» einerseits, weil die Ateliers zuvor für das produzierende Gewerbe genutzt wurden, und andererseits, weil er den Anspruch verfolgte, Kunst am Fliessband herzustellen.

Impressionen vermitteln

Die Ausstellung versuche nicht etwa, das Atelier von Kurt Büchel zu rekonstruieren, viel mehr sollen Erinnerungsfetzen, Impressionen und das Lebensgefühl des damaligen Schaffens vermittelt und zur Diskussion gestellt werden. Neben Fotos und Filmen finden sich in der Ausstellung Ergänzungen von Hans Schweizer und Katrin Keller. Hans Schweizer war damals damit beschäftigt, Bilder für die Grubenmann-Sammlung zu malen. Er stellt Werke von damals und von heute aus. Katrin Keller ist eine Künstlerin mit Appenzeller Wurzeln. Sie interpretiert die Filme aus dem Atelier Büchel und versucht, das «Factory-Feeling» aufleben zu lassen. (pd)

Vernissage: Morgen Sonntag, 20. März, 14 Uhr; die Ausstellung dauert bis zum 12. Juni