Heiden: Facelifting für das Henry-Dunant-Museum

Das Museum des Rot-Kreuz-Gründers in Heiden ist veraltet. Die Gemeinde zahlt deshalb 40000 Franken an die Neupositionierung. Handlungsbedarf besteht aus verschiedenen Gründen.

Jesko Calderara
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Die Dauerausstellung des Henry-Dunant-Museums in Heiden soll erneuert werden. Sie genügt den Ansprüchen an ein zeitgemässes Ausstellungshaus und einen modernen Museumsbetrieb nicht mehr. «Die Dauerausstellung ist ‹verstaubt› und wurde in den vergangenen 20 Jahren kaum verändert», sagt Norbert Näf, Präsident des Henry-Dunant-Museums. Sie setze daher noch immer stark auf die historisch orientierte Wissensvermittlung.

Heute ist jedoch etwas anderes gefragt. Man müsse dem Museumsbesucher ein Erlebnis bieten, sagt Näf. Dies könne mit interaktiven Führungen geschehen. Auf dieses Instrument setzt das Henry-Dunant-Museum zurzeit allerdings nur wenig. Zudem soll die Dauerausstellung künftig vermehrt Henry Dunants Themen wie Humanität, Solidarität, Zivilcourage und Frieden behandeln. Diese sind heute so aktuell wie je. Nebst inhaltlichem Handlungsbedarf gibt es Platzmangel. So schränken die räumlichen Gegebenheiten die Möglichkeiten für Veranstaltungen und Sonderausstellungen, die ein wiederkehrendes Publikum garantieren, stark ein.

Bis in einem Jahr soll ein Konzept vorliegen

Der nun angeschobene Prozess werde als Chance genutzt, das aktuelle Profil und das Raumkonzept des Museums zu überdenken, neue Formate zu entwickeln sowie den Betrieb weiter zu professionalisieren, heisst es in einer Medienmitteilung der Gemeinde Heiden. Eine Idee ist, in Zukunft Events ausserhalb des Museums zu organisieren. Auch eine räumliche Veränderung ist denkbar. Dazu laufen gemäss Näf zurzeit Gespräche mit dem Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden, dem das Gebäude gehört. Mit diesen Fragestellungen werden sich die beiden neuen Co-Leiterinnen beschäftigen. Kaba Rössler und Nadine Schneider treten ihre Stelle am 1. Oktober an.

Wie viel die Neupositionierung des Henry-Dunant-Museums kosten wird, ist offen. Bis im September 2020 soll ein detailliertes Konzept ausgearbeitet werden. Für die Gemeinde ist das Projekt gemäss der Medienmitteilung aber bereits jetzt «eine grosse Chance». Nadine Schneider und Kaba Rössler würden Heiden als urbanen Ort mit beeindruckender Geschichte, guter Infrastruktur und grossem Zukunftspotenzial, verstehen. Der Gemeinderat unterstützt die Erneuerung mit einem Betrag von 40000 Franken. Das Geld wird dem Johanna-Oppliger-Fonds entnommen.