Exodus aus den Behörden

56 Männer und Frauen verlassen den Kantonsrat, die Gemeinderäte oder die Geschäftsprüfungskommissionen – die Zahlen aus Herisau noch nicht inbegriffen. Bei den Wahlen am 12. April wird zudem die neue Sitzverteilung wirksam.

Monika Egli
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AUSSERRHODEN. Gleich vorweg sei angemerkt, dass sich die Rücktritte der Herisauer Kantonsräte und Kantonsrätinnen sowie die Demissionen aus dem Herisauer Einwohnerrat noch nicht beziffern lassen. Erst später im Februar werden die Listen eingereicht, aus denen dann ersichtlich sein wird, wer sich der Wiederwahl nicht mehr stellt.

Neue Sitzverteilung

Gegenüber 2011 haben sich in den Gemeinden Änderungen bei den Sitzverteilungen im Kantonsrat ergeben. Zusätzliche Sitze erhalten Herisau (4), Teufen (1), Gais (1), Speicher (1) und Heiden (1). Verlierer sind Hundwil, Waldstatt, Trogen, Rehetobel, Wald, Grub, Walzenhausen und Reute, die alle je einen Sitz einbüssen.

20 Prozent verlassen Kantonsrat

Heutzutage fühlt sich kaum mehr jemand verpflichtet, seinen Rücktritt auf das Ende einer Legislatur zu legen – Rücktritte erfolgen in zunehmendem Masse auf jeden Frühling hin. Dies einberechnet und unter Berücksichtigung, dass die Herisauer Zahlen noch nicht feststehen, sind die entstehenden Vakanzen beträchtlich. Bis dato ist bekannt, dass 13 Personen den Kantonsrat verlassen, was rund 20 Prozent entspricht. Hinzu kommt eine Vakanz durch den Todesfall Ivo Müller, eine Vakanz in Wolfhalden, die bereits seit letztem Jahr besteht, sowie eine Vakanz in Stein, Teufen oder Heiden je nach Ausgang der Regierungsratswahl. Wegen der Sitzverluste kann allerdings davon ausgegangen werden, dass manch eine Person zugunsten des Kollegen oder der Kollegin aus der gleichen Gemeinde – oder um eine Kampfwahl zu vermeiden – verfrüht demissioniert hat. In fünf Gemeinden sind denn auch keine Ersatzwahlen durchzuführen. Nicht überall wird die Verteilung der Sitze allerdings so einvernehmlich gehandhabt. In Waldstatt, das neu nur noch Anspruch auf zwei statt drei Sitze hat, bewerben sich vier Kandidaten um diese zwei Mandate. In Walzenhausen stellen sich die drei Bisherigen der Wahl, obwohl die Gemeinde neu nur noch zwei Sitze hat. Anders ist die Situation in Teufen, das einen Sitz zusätzlich erhält. Hier demissionieren drei Kantonsräte. Je nachdem, ob Monica Sittaro in den Regierungsrat gewählt wird, muss Teufen vier oder gar fünf neue Kantonsratsmitglieder stellen.

Fünf Präsidien werden frei

31 Männer und Frauen verabschieden sich aus ihren jeweiligen Gemeinderäten. Darin inbegriffen sind fünf Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten, nämlich jene aus Stein, Schönengrund, Trogen, Grub und Heiden. Kandidaturen werden erst langsam bekannt; trotzdem zeichnen sich bereits Kampfwahlen um das Gemeindepräsidium in Heiden, Trogen und Wald ab. Quasi den Vogel schiesst die Gemeinde Schönengrund ab, treten hier doch vier der insgesamt fünf Gemeinderatsmitglieder zurück. Wolfhalden muss drei von sieben Gemeinderatssitzen neu besetzen, da nebst zwei Rücktritten noch eine Vakanz aus dem letzten Jahr besteht. Zwölf Rücktritte liegen aus den Geschäftsprüfungskommissionen vor; die Hälfte davon betrifft die jeweiligen Präsidien.

Gemeindeschreiber seit 1987

Und schliesslich erfolgt noch eine Gemeindeschreiber-Wahl: Fredi Weiersmüller, Stein, wird im Oktober pensioniert und verzichtet deshalb auf eine Wiederwahl. Er ist seit 1987 und damit seit fast 28 Jahren im Amt. In Trogen ist zudem ein Rücktritt aus der Schulkommission zu verzeichnen; hier werden die Schulkommissionsmitglieder vom Volk gewählt.

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