EXKURSION: Einzigartiges im Auer Riet

Zahlreiche Mitglieder des Vereins Natur- und Vogelschutz Oberegg-Reute besuchten das Naturjuwel unweit der Grenze.

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Im Auer Riet wurde eine Insel geschaffen. (Bild: PD)

Im Auer Riet wurde eine Insel geschaffen. (Bild: PD)

Bei der Begehung am frühen Sonntagmorgen hat es gezwitschert, gezirpt, geziept, gepfiffen, gekräht (Fasan), gerufen. Die 25 Teilnehmenden sahen Rehe, ein Eichhörnchen, viele Feldhasen (in diesem Frühjahr wurden total 185 Hasen gezählt), Weissstörche, Grau- und Silberreiher. Fasziniert haben vor allem auch die Kiebitze mit ihren Küken. Eine Vielzahl von Vogelarten machten mit ihrem Flug oder mit ihrem Gesang auf sich aufmerksam. Oft waren es aber auch die Begleiter, der Wildhüter Reinhard Hellmayr und der Naturfilmemacher Sepp Keller, die auf Fauna und Flora sensibilisierten und über die Gegend informierten. Das Auer Riet liegt auf österreichischem Staatsgebiet, zwischen Lustenau und dem Bodensee und ist auf Lustenauer Boden. Die Ortsgemeinde Au SG ist bereits seit 1593 Besitzerin des 2,1 Quadratkilometer grossen Grundstücks.

Wegen des Vorkommens des Wachtelkönigs, welcher Pfeifengraswiesen bevorzugt, wurde das Auer Riet als Natura-2000 Gebiet ausgewiesen. Natura 2000 ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union, das seit 1992 nach den Massgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie errichtet wird. Sein Zweck ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume. In das Schutzgebietsnetz werden auch die gemäss der Vogelschutzrichtlinie ausgewiesenen Gebiete integriert. Für dieses Projekt wurde im Auer Riet aus einem Nassgebiet eine Insel trockengelegt. Umgeben von einem fünf Meter breiten Wassergraben können Wiesenbrüter wie Kiebitz, Bekassine und Krickente ihre Jungen aufziehen, ohne dass Fuchs und Dachs eine Chance haben, die Nester zu plündern. Da die Magerwiese aber zu bestimmten Zeiten trotzdem bewirtschaftet werden muss, wurden eine Furt und eine Schleuse eingebaut, damit die Betriebsfahrzeuge den Wassergraben überqueren können.

Es sind viele kleine Mosaiksteine, die dieses Gebiet so einzigartig und wertvoll machen. Die erfolgreiche Renaturierung und das Hegen und Pflegen der offen strukturierten Landschaft, aber auch die vorbildliche Kooperation mit sechs Bauern die das Land nach einem ausgeklügelten Plan bewirtschaften. (pd)

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