EVP fordert attraktiveren Dorfkern

Die Evangelische Volkspartei Appenzell Ausserrhoden sieht in Herisaus Dorfkern viel Entwicklungspotenzial und fordert einen Obstmarkt ohne Parkplätze. Auch will sie Tempo 30 in der Kernzone. Die EVP lanciert dieser Tage eine Petition.

Roger Fuchs
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Mathias Steinhauer, Co-Präsident der EVP AR, und EVP-Einwohnerrat Peter Künzle wollen einen Herisauer Dorfkern, der zum Verweilen einlädt. (Bild: rf)

Mathias Steinhauer, Co-Präsident der EVP AR, und EVP-Einwohnerrat Peter Künzle wollen einen Herisauer Dorfkern, der zum Verweilen einlädt. (Bild: rf)

HERISAU. «Zu einem Ferienidyll wie Lindau oder Meersburg wird Herisau nie werden», sagt EVP-Einwohnerrat Peter Künzle auf dem Weg zum Obstmarkt. Zu einem zweiten Burgdorf, Frauenfeld, Köniz oder Wil hätte man aber durchaus das Potenzial. All diese Städte hätten sich entwickelt, weil das Tempo für die Autos im Dorfkern reduziert worden sei oder weil der motorisierte Verkehr komplett vom Dorfkern ferngehalten werde. «Wil mit seiner Altstadt ist phantastisch», so Künzle.

Damit es auch in Herisau vorwärtsgeht und das Dorf einen Dorfkern bekommt, der zum Verweilen einlädt, startet die Evangelische Volkspartei dieser Tage eine Petition. Wie der Co-Präsident der EVP, Mathias Steinhauer, sagt, fordert die Partei die Neugestaltung des Obstmarktes ohne Parkplätze und Tempo 30 in der Kernzone. Je nach Resonanz auf die Petition will die Partei später mit einem Postulat im Einwohnerrat nachziehen.

Parkplätze nicht im Kern

Es ist nicht der erste Anlauf, den die Evangelische Volkspartei nimmt, um für ein attraktiveres Dorfzentrum zu kämpfen. Mathias Steinhauer verweist auf eine Medienmitteilung von 2012, als man bereits von grossen Chancen sprach, so der Dorfkern verkehrsberuhigt gestaltet würde.

Die Tempo-30-Zone könnte gemäss Steinhauer beispielsweise vom Alten Zeughaus bis hin zum Migros-Kreisel führen. Hinunter Richtung Bahnhof nennt er als mögliche Endpunkte das Restaurant Pomodoro oder die katholische Kirche. Auch die Bach- und die Buchenstrasse sieht die EVP als Tempo-30-Zonen. Was die Parkplätze anbelangt, so zeigt sich die Partei überzeugt, dass es solche braucht – aber nicht im Dorfkern. Peter Künzle weiss, dass in dieser Angelegenheit seitens des Gewerbes oftmals eine andere Sicht der Dinge vorherrscht, und so bringt er zum Vergleich St. Gallen ins Spiel. Dort würden die Leute auf dem Spelteriniplatz oder bei der Fachhochschule parkieren und dann ins Zentrum gehen. «Dies zeigt: Andernorts funktioniert es auch», sagt Künzle, für den eine Neugestaltung des Obstmarkts auch ein Schritt zurück zu den Wurzeln wäre. In der Vergangenheit sei stets gesagt worden, dass es vor wichtigen Gebäuden einen Begegnungsplatz brauche. Entsprechend belebt habe sich der Obstmarkt nach der Fertigstellung des heutigen Regierungsgebäudes präsentiert.

Lösungen vorhanden

Peter Künzle wie auch Mathias Steinhauer sind überzeugt, dass die Gemeinde längst über mögliche Lösungen verfügt. Seit 2006 sei er nun im Einwohnerrat, so Künzle, und die Neugestaltung des Obstmarktes sei bei der Finanzplanung immer ein Thema.

Mit Veranstaltungen widmet sich auch die Stiftung Dorfbild der Zukunft Herisaus. Bei der EVP sieht man deren Aktivitäten primär als Diskussionsanregungen. Die Stiftung habe keine politische Haltung. Übernächste Woche werden die Petitionsbögen der EVP in die Haushaltungen verteilt. In einer zweiten Phase will die EVP auch auf dem Obstmarkt Unterschriften sammeln.

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