«Es waren intensive Jahre»

Herbert Greub hat mit dem letzten Meisterschaftsspiel die Trainerlaufbahn in Ebnat-Kappel abgeschlossen. Er war siebeneinhalb Saisons für die Toggenburger tätig.

Stefan Füeg
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Nach sechseinhalb Jahren bei der ersten Mannschaft ist's genug: Herbert «Hebi» Greub verlässt den FC Ebnat-Kappel. (Bild: Walter Züst)

Nach sechseinhalb Jahren bei der ersten Mannschaft ist's genug: Herbert «Hebi» Greub verlässt den FC Ebnat-Kappel. (Bild: Walter Züst)

FUSSBALL. Er ist ein «Angefressener» – ohne Fussball geht bei ihm gar nichts. Und trotzdem hört er nun auf, will etwas ausspannen, wie er sagt. Die ganzen Jahre als Trainer in Ebnat-Kappel hätten ihm viel gegeben, viel Freude, aber selbstverständlich auch anderes. Doch Frust kennt Herbert Greub nicht – nur manchmal war halt die Enttäuschung sichtbar. So auch, als seine Mannschaft vor zwei Saisons in die Niederungen der 4. Liga absteigen musste. «Damals haben wir einfach Pech gehabt, dass wir als Drittletzter in den sauren Apfel beissen mussten», schildert Herbert Greub. Alles hätte sich damals, dies im allerletzten Meisterschaftsspiel, gegen die Fussballer aus dem Toggenburg verschworen. Diese Saison war es genau umgekehrt, dank Schützenhilfe konnte die Mannschaft als Tabellenzweite doch noch feiern und wieder in die 3. Liga zurückkehren.

Ins Toggenburg gefunden

Als Übungsleiter hatte Herbert Greub bereits verschiedene Mannschaften trainiert. Schmerikon in der 2. Liga, dann in der 3. und wieder in der 2. Liga. Danach trainierte er die Uznacher, ebenfalls in der 2. Liga, bevor er anschliessend seine Tätigkeit beim FC Ebnat-Kappel begann, wo er während sechseinhalb Jahren die erste und während einem Jahr die zweite Mannschaft trainierte.

Seine grössten Probleme im Toggenburg, aber auch bei anderen Clubs, waren die relativ häufigen Wechsel in der Equipe, die er vornehmen musste. «Ganz früher war das anders, da haben die Spieler unter anderem auch ihre Ferienpläne der Saisonplanung angepasst», meint er. Es sei halt eine Zeiterscheinung. Schule, Ausbildung oder Familie gehe oftmals vor, was wiederum einen geordneten Trainingsablauf und eine Mannschaftsaufstellung verändern könne. «Damit muss nicht nur ich leben, das gibt's in höheren Ligen auch, ausgenommen die Profi-Ligen», äussert er sich.

Entscheid für immer?

Herbert Greub zeigt sich zuversichtlich, dass «seine» Mannschaft künftig auch in der 3. Liga bestehen kann. «Ich glaube, wir haben jetzt eine gute Mischung gefunden zwischen bestandenen älteren Spielern und einigen Jungen.»

Was er nicht mehr erleben möchte, ist ein Rücktritt von gleich sieben Spielern, wie damals vor der Abstiegssaison. «Da kannst du machen, was du willst, da fehlt halt zu Beginn viel Qualität, welche wieder aufgebaut werden muss», sagt er. Immerhin sei ihm das gelungen, davon zeugt schliesslich auch der Aufstieg.

Und nun beginnt wieder einmal Neuland für ihn, eine Zeit ohne Mannschaft, eine ruhige Zeit. Selbstverständlich werde man ihn da und dort auf einem Fussballplatz antreffen. Und wenn das Telefon klingelt: «Wir suchen einen Nachfolger für… Kannst du nicht, willst du nicht?» Dann werde er sich das reiflich überlegen – denn Fussball sei für ihn eben Leben.