Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Es staubt und rumort: Die Migros Herisau bröckelt – die Abbrucharbeiten haben begonnen

Mit einem 70-Tonnen-Fahrzeug wird die Migros Herisau zerlegt. Vor dem Abbruch bereiten Düsen noch Probleme.
Geraldine Bohne
Ein Arbeiter kontrolliert die Rückbauarbeiten hinter der Absperrung. (Bild: Géraldine Bohne)

Ein Arbeiter kontrolliert die Rückbauarbeiten hinter der Absperrung. (Bild: Géraldine Bohne)

Feiner Staub wirbelt durch die Luft. Es knackt und brummt. Ein riesiger blauer Bagger lässt Beton auf den lehmigen Erdboden fallen. Der Abbruch der alten Migros hat begonnnen. Schaulustige versammeln sich um das, mit Gitter abgesperrte Areal an der Kasernenstrasse in Herisau. Sie haben ihre Mobiltelefone für Filmaufnahmen gezückt. Gespannt wird beobachtet, wie der grosse Bagger die Tiefgaragenauffahrt aus Beton auseinanderbricht. So leicht, als bestände sie nur aus dünnem Holz.

Düsen am Baggerarm benebeln den grauen Beton mit Wasser, damit es nicht dermassen staubt. Mit den kleinen Wasserdüsen, gerade mal einige wenige Zentimeter gross, gab es kurz vor dem ersten Abreissen noch Probleme. «Sie sind verstopft», sagt Baumaschinenführer Beda Grob. Er ist der Mann, der das 70-Tonnen-Fahrzeug bewegen darf.

«Das macht mir Spass.»

Gemeinsam mit einem Arbeitskollegen, beide in leuchtend oranger Arbeitskleidung, bläst er mit seinem Mund durch die feinen Ventile an den Düsen und hofft, damit den festgesessenen Staub zu entfernen. Nicht, dass die Abbrucharbeiten mit einem solch grossen Fahrzeug durch zwei winzig kleine Düsen verzögert werden.

Helm-Pflicht auf dem ganzen Gelände

Wenig später ist das Problem dann behoben. Die Beneblung mit Wasser ist nötig, da der Beton sehr trocken ist. «Wenn es noch mehr Staub gibt, müssen wir mit Masken arbeiten», erklärt Grob, der seit 15 Jahren Gebäude abbricht. Gehörschutz und Helm gehören auch zur Ausrüstung. Das Helmtragen auf dem Gelände ist sogar Pflicht.

Beda Grob steigt in das grosse blaue Gefährt der Firma Toldo Rückbau AG und setzt zum ersten Schritt an. Zuerst wird die Auffahrt zur Tiefgarage abgebrochen. Danach könne er mit der Maschine immer weiter in das Gebäude hinein, erklärte er noch bevor er in den Bagger stieg.

Andere Arbeiter sind drinnen mit dem Ausräumen beschäftigt: Holz, Rolltreppen und Kabel müssen heraus. Die Materialien werden sortiert gestapelt und später auf Deponien und Sammelplätze gebracht. «In ein bis zwei Wochen kommt noch ein zweiter grosser Bagger, mit einem grossen Magneten. Dieser hilft beim Unplatzierten und Sortieren», sagte Grob.

Im Innern müssen Kabelkanäle von Hand mühsam aus den Wänden getrennt werden. Viele Gegenstände können nach dem sorgfältigen Trennen wiederverwertet werden. Beda Grob erklärt:

«Der Beton vom Gebäude wird zum Beispiel recycelt.»

Das geschehe so, dass der Beton in einem Brechwerk bis zu Schotter oder gar kleiner gebrochen werde, damit dieser für die Betonherstellung wieder gebraucht werden kann.

Keine Gebäudeteile auf Strasse

Parallel zum Abbruch der Migros findet auch der Rückbau des Brühlhofs statt. Etwas mehr als zehn Personen sind auf dem ganzen Gelände mit dem Abbrechen beschäftigt. Ende des Jahres soll auf dem Areal kein Gebäude mehr zu sehen sein. «Danach stehen noch Aufräum- und kleinere Arbeiten an», sagt Rico Zanga, der die Bauarbeiten vor Ort leitet. Das Abbrechen von Beton sei auch im Winter, wenn es Schnee hat, kein Problem. «Nur wenn es sehr kalt ist, müssen wir eventuell unterbrechen.»

Der Brühlhof steht nur noch zur Hälfte. (Bild: Géraldine Bohne)

Der Brühlhof steht nur noch zur Hälfte. (Bild: Géraldine Bohne)

Schwierigkeiten bereiten eher Gebäudeteile die auf die Strasse fallen könnten. «Die Arbeiter kennen sich aber bestens mit den Risiken aus und wissen auch, wie diese vermieden werden können», sagt Zanga. Ansonsten müssten Verkehrskadeten den Verkehr regeln, wenns brenzlig wird. So weit sollte es aber nicht kommen. «Wir sind momentan genug weit von der Strasse weg.»

Es staubt und rumort. Der Platz ist eine grosse Baustelle. Umso schwieriger ist es, sich vorzustellen, dass dort in ein paar wenigen Jahren, eine neue Migros mit Restaurant und Fitnesscenter stehen soll.

Hinweis
Auf neubau-herisau.migros.ch können die Bauarbeiten auf der Webcam verfolgt werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.