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Bühlerers Gemeindepräsident Jürg Engler zieht nach 100 Tagen Bilanz: «Es macht Spass, sich reinzuknien»

Jürg Engler ist zufrieden mit seinen ersten Monaten als Gemeindepräsident von Bühler. Doch viele Hürden stehen an. Insbesondere in der Finanzplanung.
Astrid Zysset
Gemeindepräsident Jürg Engler ist seit Anfang Juni an der Spitze der Gemeinde Bühler. Bild: Astrid Zysset

Gemeindepräsident Jürg Engler ist seit Anfang Juni an der Spitze der Gemeinde Bühler. Bild: Astrid Zysset

Der neue Spielplatz vor dem Gemeindehaus steht symbolisch dafür, was Gemeindepräsident Jürg Engler in Bühler umsetzen möchte. Entstanden ist der Platz mit Hilfe zahlreicher Freiwilliger und unter der Mitwirkung des Elternforums. Dieser partizipative Gedanke gefällt Engler. In seinen Augen sind die Zeiten vorbei, in welchen die Politik alle Entscheide sowie Prozesse vorgibt, und die Bevölkerung sich lediglich im Rahmen der Vernehmlassung dazu äussern kann. Engler möchte, dass die Leute vermehrt mitdenken, mitsteuern und die Projekte mittragen. Diese grundlegende Veränderung im politischen Alltag in Bühler umsetzen zu wollen, hatte Engler bereits im Wahlkampf angekündigt.

Jürg Engler trat sein Amt Anfang Juni an. Nach den ersten 100 Tagen blickt er zufrieden zurück. Spannend, aber anstrengend sei sein Alltag. «Ich wusste, dass es kein Ferienjob wird», sagt er lächelnd. «Aber wenn eine Aufgabe so vielseitig ist wie diese, macht es Spass, sich reinzuknien.»

Erste Veränderungen stehen an

Aktuell befindet sich der 51-Jährige noch in der Einarbeitungsphase. Die verschiedenen Dossiers werden intensiv gelesen und studiert, um die anstehenden Projekte in geeigneter Weise zu priorisieren. Bewährtes will Engler beibehalten, punktuell aber Veränderungen einläuten. Die ersten wurden schon umgesetzt. So untersteht die Finanzkommission neu nicht mehr dem Gemeindepräsidenten, sondern Gemeinderat Stefan Heer. Engler sitzt ihr lediglich als Mitglied bei. «Nicht mehr alles ‹Wichtige› muss beim Gemeindepräsidenten angesiedelt sein», erklärt er. Aufgaben sollen verteilt, Kommissionen gestärkt werden.

Projekte mit dem propagierten verstärkten Einbezug der Bevölkerung konnten noch nicht in Angriff genommen werden. Doch sie sind in Planung. In der Gemeinde soll ein solches im Rahmen des Begleiteten Wohnens umgesetzt werden. Angedacht ist, hierzu im 2020 ein Partizipationsanlass mit den Bürgerinnen und Bürgern durchzuführen. In welchem Rahmen ist allerdings noch offen. «Wir haben die Bevölkerung schon öfters in die Entscheidungsfindung miteinbezogen», so Engler und nennt als Beispiele die Planung zur 300-Jahr-Feier, die Dorflebensgestaltung «in comune» oder eben die neuen Spielplätze. Der neue Gemeindepräsident will diese Art der Zusammenarbeit jedoch verstärkt nutzen.

Ein weiteres Wahlversprechen: Die Kommunikation soll verbessert werden. Gespräche mit Gruppierungen und Parteien hätten aber noch keine stattgefunden. Aus Zeitgründen, wie Engler betont. Das Interesse am Austausch bestehe seitens der Gemeinde. Vorerst stehe aber Dringlicheres an. Alle Gemeinderäte (vier neue traten im Juni ihr Amt an) müssen in ihren Dossiers sattelfest werden. Es gilt, die Stellen des Gemeindeschreibers und des Gemeindekassiers neu zu besetzen, da beide demnächst in Pension gehen. Und weiter gibt es Herausforderungen in der Finanzplanung. Wie erst seit kurzem bekannt, erhält Bühler neuerdings deutlich weniger Geld aus dem Finanzausgleich. Das hat Auswirkungen auf die Investitionsplanung. Zudem müssen weitere Schritte im Bereich der Raumplanung unternommen und der Aufgaben- und Finanzplan erarbeitet werden. «Die Arbeit geht uns nicht aus», sagt Engler. Es seien zwar «ordentlich grosse Baustellen», die anstehen, doch der Gemeindepräsident baut auf ein konstruktives Miteinander. Die Stimmung im Gemeinderat sei gut.

Freude am Kontakt mit der Bevölkerung

Engler entschied die Wahl fürs Gemeindepräsidium im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen vergangenen März für sich. Er trat gegen Amtsinhaberin Inge Schmid an, Engler war als Gemeinderat tätig. Einen Tag pro Woche hatte er damals für die Leitung der Heimkommission und die Gemeinderatsarbeit aufwenden müssen. Mit der Übernahme des Präsidiums ist er nun zwei bis drei Tage im Gemeindehaus anzutreffen sowie zusätzlich an Sitzungen. Auch die Thematik, mit welcher er sich beschäftigen muss, hat sich verändert. Sie ist vielfältiger geworden, der Kontakt mit der Bevölkerung intensiver. Jene Gespräche gefallen Engler sehr. Für ihn naheliegend, denn: «Wenn mir das Vermitteln keine Freude bereiten würde, wäre ich nicht Mediator geworden.» Einen entsprechenden Fachausweis besitzt er seit 2007. Neben seinem Teilzeitpensum als Gemeindepräsident arbeitet er als Co-Fachstellenleiter Psychische Gesundheit in St.Gallen.

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