«Es lohnt sich, wenn man etwas tut»

Am Sonntag haben die Wattwiler Ortsparteien der CVP, der FDP und der SP an Wahlfeiern eine Bilanz über die Behördenwahlen gezogen. Sie ist durchwegs positiv – vor allem freuen sich die Parteipräsidenten über den Einzug der neuen Kandidaten in den Gemeinderat.

Sabine Schmid
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WATTWIL. Als einen Spaziergang bezeichnete keine Partei die Behördenwahlen in der Gemeinde Wattwil. Im Gemeinderat kam es zum Kampf um einen Sitz, in den übrigen Gremien gab es gleich viele Kandidaten wie Mandate. Die Überraschung war am Sonntagnachmittag perfekt, als feststand, dass die SVP nicht mehr im Gemeinderat vertreten war. Das bisherige Ratsmitglied Walter Bösch verpasste die Wiederwahl, dafür zogen alle neuen Kandidaten im ersten Wahlgang in den Gemeinderat ein.

Gegen Bürgerliche durchgesetzt

Hansheiri Keller verteidigte den Sitz der SP. Im Vorfeld der Wahlen sei es schwierig gewesen einzuschätzen, ob die Krinauer Bürger eher die bürgerlichen oder ihn als linken Politiker unterstützen würden, sagte er. Mit seiner Kandidatur wolle er zum einen dem Stimmvolk eine Wahl bieten, zum anderen aber auch die Linke in der Kommunalpolitik belassen. Denn sein Sitz im Gemeinderat ist der einzige, der von einem SP-Mitglied besetzt ist.

Einer der ersten Gratulanten von Hansheiri Keller war Ruedi Sterzing, der mit dem besten Resultat als Gemeinderat bestätigt wurde. Er wertete das als Zeichen dafür, dass seine politische Arbeit geschätzt wird. «Es lohnt sich, wenn man im Gemeinderat etwas bewegt». Seine Wiederwahl erlaube ihm nun, angefangene Projekte weiter zu machen. Dabei will er sich auch für Anliegen einsetzen, die nicht zwingend auf der politischen Agenda stehen, wie beispielsweise die Kinderbaustelle. «Die Infrastruktur in der Gemeinde ist zwar wichtig, in erster Linie muss es aber den Leuten gut gehen», sagte er.

Kompetent und anerkannt

Die Mitglieder der CVP konnten mit Alois Gunzenreiner auf seine Wiederwahl als Gemeindepräsident anstossen. Unterstützt im Rat wird er von seinen Parteikollegen Pirmin Sieber und Marlise Porchet. Ihr Wahlresultat – sie war die Neukandidatin mit den meisten Stimmen – begründete sie zum einen damit, dass sie ihre Kandidatur schon früh bekannt gegeben habe. Zum andern glaubt sie, dass ihre Kandidatur für den Kantonsrat ihr zu einer gewissen Bekanntheit verholfen hat. Nicht zuletzt habe sie wohl auch vom Frauenbonus profitiert, denn sie ist die einzige Gemeinderätin.

Guido Messmer, Präsident der CVP Ortspartei, erwähnte auch den Wahlerfolg der Schulräte und der Mitglieder der GPK. «Die Resultate zeigen, dass die CVP kompetente und anerkannte Kandidaten in die Wahl geschickt hat», zog er eine positive Bilanz.

Glanzergebnis der FDPler

Gross war die Freude auch bei der FDP Wattwil. Parteipräsident Elmar Steiger stellte fest, dass sich die Taktik der Partei angesichts der Verkleinerung des Gemeinderats um zwei Mitglieder als richtig erwiesen hat. Die FDP habe freiwillig auf einen dritten Sitz verzichtet, dafür seien nun die beiden Kandidaten Konrad Dobler und Beat Bleiker im ersten Wahlgang gewählt worden. Es liege nun in den Händen der beiden Gewählten, was sie daraus machen, sagte Elmar Steiger, der selbst noch bis Ende Jahr im Gemeinderat ist, sich aber nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung gestellt hat. Dass nebst dem Gemeindepräsident nur drei bisherige und drei neue Mitglieder den Gemeinderat bilden, sei eine Chance für einen Neuanfang. «Aber es geht auch viel Wissen verloren», betonte er.

Besonders strich Elmar Steiger an der Wahlfeier das «sensationelle» Resultat vom Schulratspräsidenten Norbert Stieger hervor, der mit fast 99 Prozent der gültigen Stimmen gewählt worden ist. «Dies ist ein Ausdruck, dass die Bürger seine intensive Arbeit schätzen», ist der FDP-Präsident überzeugt. Auch weitere Kandidaten der FDP konnten auf glanzvolle Wahlresultate anstossen.

Investitionen braucht es

Beat Bleiker war überrascht, dass er, der im Vorfeld der Wahl als «unbekannt» bezeichnet wurde, bereits im ersten Wahlgang in den Gemeinderat einziehen konnte. Er ist sich bewusst, dass nun einige Herausforderungen auf ihn zukommen werden. Gerade im Bereich der Verkehrsplanung müsse Wattwil den Weg weitergehen, welcher jetzt eingeschlagen worden sei. Aus seiner Sicht sei es auch notwendig, Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen. «Diese müssen aber klar einen Vorteil für die Bürger bringen», fügte er hinzu.