Unihockey: Bei den Herisauern ist wieder ein Effort nötig

Herisau verliert den ersten Playoff-Halbfinal gegen Bassersdorf Nürensdorf 4:6.

Lukas Pfiffner
Merken
Drucken
Teilen
Herisaus Torschütze zum 1:1-Ausgleich im ersten Drittel: Patrick Mittelholzer (rechts).

Herisaus Torschütze zum 1:1-Ausgleich im ersten Drittel: Patrick Mittelholzer (rechts).

Lukas Pfiffner

Nico Raschle, der Herisauer Trainer, coachte gestern Nachmittag im dritten Drittel sehr aktiv. Er setzte im resultatmässigen Notstand (Vier-Tore-Rückstand gegen Bassersdorf Nürensdorf) nur noch zwei Linien ein – in wechselnder Zusammensetzung. «Wir wollten den Rhythmus hochhalten, ohne dass jemand müde wird.» Die Hypothek aus dem zweiten Abschnitt erwies sich im Startspiel des Playoff-Halbfinals der 1. Liga schliesslich als zu happig.

Herisau verschaffte sich zwar eine deutliche Feldüberlegenheit, viele Chancen und somit Hoffnungen auf eine resultatmässige Rückkehr. Aber nach Mittelholzer im ersten und Rüegg im zweiten Drittel trafen für die Ausserrhoder nur noch Schwarz und van Haaften. Die Zürcher beschränkten sich in der Schlussphase weitgehend auf das Halten der Positionen, die Dosierung des Risikos und gelegentliche Gegenstösse. Über 60 Minuten gesehen war ihr Sieg nicht unverdient. Wie in der erfolgreich abgeschlossenen Viertelfinalserie gegen die Vipers ist Herisau nach diesem 4:6 nun vor dem Auswärtsspiel in Rücklage.

In 84 Sekunden vom 1:2 zum 2:5

Weil das Sportzentrum besetzt war, mussten die Herisauer nach Gossau ausweichen. Sie mochten bezüglich des Gastspiels in der Buechenwald-Halle nicht von einem Nachteil sprechen. «Viele haben hier schon einmal gespielt, und der Boden ist gut», meinte Raschle vor dem Spiel. Zudem hatte der UHCH ein riesiges Transparent in rot-weiss-schwarzen Farben und mit dem Schriftzug «Döt wos schöö isch» mitgebracht. Dieser Herisauer Slogan traf kurz vor Spielhälfte am wenigsten zu. Innert 84 Sekunden zogen die Gäste von 2:1 auf 5:1 davon. Die Ausserrhoder wurden überlaufen und überspielt. «Dabei war der Start ins zweite Drittel sehr gut gewesen. Aber dann kam dieser kurze Zusammenbruch», bedauerte der Trainer.

Dünne Personaldecke bei den Gästen

Die Zürcher (Fünfte der Qualifikation) hatten im Viertelfinal die Flames (Vierte) eliminiert. Dabei umfasste ihre erstaunliche Auswärtsbilanz sowohl ein 5:10 als auch ein 9:1. Dazwischen hatte Bassersdorf Nürensdorf zu Hause 5:3 gewonnen. Vielleicht waren diese Extreme auch auf die Grippewelle zurückzuführen, welche die Zürcher heimgesucht hatte. Bassersdorf standen gestern nur 13 Feldspieler zur Verfügung. Diese verhielten sich aber geschickt, waren sehr laufstark und konnten in diesem verbissen und hart geführten Kampf wenigstens zwei Drittel lang bei hohem Tempo etwas mehr Torgefahr aufs Feld bringen.

Auch gegen Herisau war im September einmal für Bassersdorf ein abenteuerliches Ergebnis zu Stande gekommen – das 4:12 zu Hause war für die Ausserrhoder der einzige zweistellige Erfolg in der Meisterschaft 2019/20. So hoch müssen die Herisauer am Samstag in Nürensdorf nicht gewinnen. Es genügt schon ein «normaler» Sieg, um das Saisonende mindestens bis am Sonntag hinauszuzögern. Dann würde eine Entscheidungspartie im Sportzentrum stattfinden.

Herisau – Bassersdorf 4:6 (1:1, 1:5, 2:0)
Buechenwald Gossau. – 187 Zuschauer. – Sr. Mutzner/Etter.
Tore: 2. Weder (Borth) 0:1. 17. Mittelholzer (Meier) 1:1. 23. Weder (Borth) 1:2. 28. (27:17) Weder (Fenaroli) 1:3. 29. (28:03) Schaffner (Mächler, Ausschluss van Haaften) 1:4. 29. (28:41) Rhyner (Mächler) 1:5. 37. Rüegg (Stern) 2:5. 40. (39:39) Altorfer (Rhyner) 2:6. 51. Schwarz (Meier) 3:6. 59. (58:44) van Haaften (Brunner, Herisau ohne Torhüter) 4:6.
Herisau: Nüssli; Rüegg, Schilling; Brunner, Schmid; Stern, Schwarz; Ledergerber; Frischknecht, Mittelholzer, van Haaften; Hess, Meier, Sandmeier; S. Stucki, N. Keller, Wetter; von Allmen.
Strafen: Herisau 2-mal 2 Minuten, Bassersdorf Nürensdorf 3-mal 2 Minuten.Bemerkungen: Herisau ohne Germann (verletzt), J. Keller und Ochsner (Beruf), ab 27. ohne Schmid (verletzt). 29. Time-out Herisau, 50. Time-out Bassersdorf. Herisau ab 58:25 zeitweise ohne Torhüter.