«Es ist noch Spielraum nach oben vorhanden»: Klimagruppe AR kritisiert Regierungsprogramm 2020-2023

Die Klimagruppe AR hat sich in einem offenen Brief an den Ausserrhoder Regierungsrat gewendet. Die Jugendlichen wünschen sich mutigere Klimaziele. 

Claudio Weder
Hören
Drucken
Teilen
Ausserrhoden ist laut Klimagruppe AR prädestiniert für Windkraft- und Fotovoltaikanlagen.

Ausserrhoden ist laut Klimagruppe AR prädestiniert für Windkraft- und Fotovoltaikanlagen.

Bild: Peter Klaunzer, KEYSTONE

Nach dem Verein Appenzeller Energie wird das Ausserrhoder Regierungsprogramm 2020–2023 nun auch von der Klimajugend kritisiert. In einem offenen Brief, welcher der «Appenzeller Zeitung» vorliegt, fordert die Klimagruppe AR von den Mitgliedern des Regierungsrates mehr Mut. Im Brief hebt die Klimagruppe AR zunächst positive Aspekte hervor. «Das Ziel, sich aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen lösen zu wollen, ist richtig und wichtig», heisst es. Klimaschutz könne nur dann gelingen, wenn unsere Energie aus erneuerbaren Quellen stamme.

Im Weiteren verweist das Ausserrhoder Klimakollektiv auf das Vorwort zum Regierungsprogramm, in welchem der Regierungsrat das theoretische Potenzial erkenne, den Wärmebedarf Appenzell Ausserrhodens zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu beziehen. «Die Zielvorgabe von 2030 erscheint uns als vernünftige Basis, auf der man später aufbauen kann», so die Vertreter der Klimajugend.

Der Kanton braucht grössere Ziele

Nicht mit allem sind die Klimajugendlichen aber einverstanden: «Damit der zusätzliche Energiebedarf aber auch wirklich mit den erneuerbaren Energien gedeckt werden kann, müssen auch wir selbst mehr Energie produzieren», heisst es im Brief. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden sei prädestiniert für Windkraft- und Fotovoltaikanlagen. «Bis 2030 brauchen wir eine höhere Eigenproduktion als 20 Prozent des Strombedarfs.» In dieser Hinsicht ist gemäss Klimagruppe AR noch «reichlich Spielraum nach oben vorhanden». Für die jungen Aktivisten ist klar: «Die Energieversorgung muss so schnell wie möglich komplett aus erneuerbaren Quellen stammen. Nur so können wir einen ernsthaften Beitrag zum Schutz unseres Planeten leisten.»

Aus diesem Grund würde es die Klimagruppe begrüssen, wenn der Kanton Appenzell Ausserrhoden mutiger vorangehen und sich grössere Ziele setzen würde. «Der Regierungsrat schreibt im Programm selbst, er wolle die internationalen und nationalen Klimaziele erreichen, wenn nicht sogar übertreffen.» Gemäss Klimagruppe könnten die Anstrengungen eines jeden Akteurs aufsummiert einen wirksamen Klimaschutz bewirken, der sich sehen lassen könne. Dafür müssten jedoch «alle Akteure ihren Handlungsspielraum ausschöpfen». Abschliessend betonen die Verfasser, dass der Vorschlag der Klimagruppe der öffentlichen Hand eine Vorbildfunktion zukommen lassen würde. 

Mehr zum Thema