Es ist hier einfach nur schön…

Während das Unterland noch immer unter einer dicken Hochnebeldecke steckt, wird das Obertoggenburg mit viel Sonnenschein verwöhnt. Wer kann, nutzt das schöne Wetter aus und geniesst mit Ski, Snowboard oder ganz einfach zu Fuss die weisse Bergwelt.

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Mit Logenplatz: Kleine Verschnaufpause auf dem Gamserrugg mit einzigartigem Panoramablick auf die Glarner Alpen. (Bilder: Urs M. Hemm)

Mit Logenplatz: Kleine Verschnaufpause auf dem Gamserrugg mit einzigartigem Panoramablick auf die Glarner Alpen. (Bilder: Urs M. Hemm)

Es ist kalt an diesem Mittwochmorgen, die Spitzen der Churfirsten sind in goldgelbes Licht getaucht. Von ihrem dampfenden Atem eingehüllt, stehen die ersten Wintersportler schon früh an der Talstation des Wildhaus-Oberdorf-Sessellifts und freuen sich auf einen schönen Wintertag. «Das wird mega hüt», sagt die 14jährige Martina aus Zug und hoppelt mit ihrem Snowboard an den Füssen in Richtung Lift – die Piste wartet.

Begehrte Hauswand

Spätestens auf der Gamsalp auf 1770 Meter erwartet die Sonnenhungrigen eine freie Aussicht auf den Alpstein und das Nebelmeer über dem Rheintal. Während die einen noch höhere Gipfel erklimmen wollen, ist für andere hier im Restaurant schon eine kürzere oder auch längere Pause angesagt. Die Plätze an der warmen Hauswand sind schnell besetzt und die Gesichter mit Sonnencrème gegen die kräftige Bergsonne geschützt.

Es ist wärmer geworden, so dass man gut ohne dicke Winterjacke dasitzen kann. Am Nebentisch entwickelt sich eine Diskussion darüber, welche Piste nun die schönste sei. «Mir gefallen die steilen Passagen am besten», konstatiert der eine, worauf sein Gegenüber die Vorzüge flacher Pisten zum richtigen Carven hervorhebt. Da hier die meisten Pisten von beidem etwas bieten, einigt man sich darauf, dass das ganze Gebiet einfach schön zum Skifahren sei.

Hauptsache Pommes frites

Weiter vorne lässt sich ein junges Paar mit ihrem Telefon vor der imposanten Bergkulisse fotografieren, um es dann gleich den Daheimgebliebenen zu senden. Direkt per Telefon beschreibt David Galeuchet einem Freund im nebligen Unterland die Aussicht. «Da ich in einem Monat eine neue Stelle antrete, habe ich jetzt ein bisschen Zeit, um mir verschiedene Skigebiete anzusehen», sagt der Bülacher. Vergleiche wolle er noch keine anstellen, aber Wildhaus gefalle ihm sehr gut. Trotzdem wolle er noch den einen oder anderen Skiort besuchen. «Ich hab ja jetzt noch Zeit», schmunzelt Galeuchet.

Mittlerweile schwanken schon die ersten Skifahrer rutschend und balancierend mit ihren vollen Tabletts vorbei. Es ist nach 11 Uhr und der Hunger treibt die Wintersportler in die Bergrestaurants. «Bei meinen Gästen sind immer noch die Klassiker Bratwurst mit Pommes frites und Schnipo ganz oben auf der Liste», sagt Moritz Tschirky, Restaurantleiter auf der Gamsalp. «An einem Tag wie heute brauche ich zwischen 150 und 200 Kilogramm Pommes frites», meint Tschirky zufrieden. Aber auch seine diversen Suppen und die Älplermakronen seien sehr beliebt.

Rolf Bleisch, Leiter Gastronomie der Bergbahnen Wildhaus AG, ist mit der bisherigen Saison zufrieden. «Die Hotelreservationen für den Februar sind gut, was auch auf gute Ergebnisse bei uns in der Gastronomie schliessen lässt», sagt Bleisch. Es sei nur zu wünschen, dass das Wetter so bleibe und dass es noch ein wenig mehr Schnee auf die gute Unterlage geben würde

Für alle etwas

Am Nachmittag auf den Pisten geniessen die Skifahrer und Snowboarder wieder gestärkt die gut präparierten Pisten. Skiklassen besammeln sich auf einem Glied, um dann hintereinander – einer grossen, gelben Schlange gleich – den Hang hinunter zu fahren. Carver ziehen messerscharfe Linien in den Schnee und fahren scheinbar mühelos um die ungeübteren Fahrer herum. Aber auch zu Fuss lässt sich Wildhauser Bergwelt erkunden. «Meiner Frau geht es heute nicht so gut, also haben wir auf die Ski verzichtet», sagt Stefan Wasik, der mit seiner Frau Ewa im Restaurant Oberdorf die Nachmittagssonne geniesst. «Das ist eben das Schöne hier oben, es hat für jeden etwas», sagt Wasik.

Urs M. Hemm

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