«Es ist ein niederschwelliges Angebot»

Der Toggenburger Daniel Blatter berät im Auftrag des Jung-Unternehmer-Zentrums in Wattwil Personen, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Er hat festgestellt, dass die meisten der potenziellen Unternehmer sich die Sache gut überlegt haben.

Martin Knoepfel
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Daniel Blatter berät Jungunternehmer in Wattwil. (Bild: pd)

Daniel Blatter berät Jungunternehmer in Wattwil. (Bild: pd)

Herr Blatter, seit wann besitzt das Jung-Unternehmer-Zentrum einen Ableger im Toggenburg, und wie viele Beratungen führen Sie durch?

Daniel Blatter: Das Toggenburg ist vor rund zwölf Jahren zum Jung-Unternehmer-Zentrum dazugekommen. In den letzten Jahren haben wir im Mittel 14 bis 16 Erstberatungen pro Jahr durchgeführt. Das Jung-Unternehmer-Zentrum ist eine gute Sache, denn es ist ein niederschwelliges Angebot.

Handelt es sich bei den Personen, die sich von Ihnen beraten lassen, um Firmengründer oder auch um Personen, die eine bestehende Firma übernehmen wollen?

Blatter: Rund zwei Drittel der Personen, die wir beraten, wollen den Schritt in die Selbständigkeit wagen und eine völlig neue Firma aufbauen. Etwa ein Drittel will eine bestehende Firma übernehmen. Sie gelten aber ebenfalls als Jungunternehmer, denn sie erhalten Arbeitsplätze.

Wie ist die Erfolgsquote der Unternehmer, die Sie beraten?

Blatter: Erfahrungsgemäss überlebt etwa ein Fünftel der neu gegründeten Firmen die ersten zwei bis drei Jahre nicht. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Sind die potenziellen Unternehmer gut vorbereitet, wenn Sie zur Beratung kommen?

Blatter: Die meisten schon. Sie kommen mit konkreten Anliegen zu mir, und im Gespräch mit ihnen wird klar, dass sie sich schon viele Überlegungen zur Firmengründung gemacht haben. Man überlegt es sich ja gut, ob man den Schritt in die Selbständigkeit wagt. Besonders derjenige, der Fremdkapital benötigt, muss diesen Schritt gut abwägen, denn der Kapitalgeber möchte ja eine hohe Sicherheit haben, dass er sein Geld wiedersieht.

Aus welchen Branchen stammen die Personen, die sich von Ihnen beraten lassen?

Blatter: Sie kommen aus allen Branchen, schwergewichtig aus den Sektoren Handwerk und Dienstleistungen. Akademiker wenden sich wohl eher an das Start-up in St. Gallen, da dort die Universität St. Gallen mit im Boot ist. Bei schwierigen rechtlichen oder Steuerfragen arbeite ich mit der OBT St. Gallen zusammen.

Welche Rolle nehmen Sie bei Beratungen ein?

Blatter: Ich sehe mich als neutralen Sparringpartner, der auch kritische Fragen stellt. Ich muss ja den Jungunternehmern nichts verkaufen.

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